Bekanntlich konnte bei der Umgestaltung des Stadtgartens nicht das ganze Programm umgesetzt werden, das ursprünglich im Entwurf der Landschaftsarchitektin Cornelia Kreisel enthalten war. Vornehmlich aus dem Ruder laufende Kostenvoranschläge zwangen zur Verschiebung des für den südwestlichen Bereich vorgesehenen, potenziellen Highlights "Wasserspiel“ auf unbestimmte Zeit. Dass sich nun in der nordwestlichen Ecke des umgestalteten Areals ein Blumenkasten in Form eines Segelschiffes findet, hat nicht etwa den Grund, dass das Bötchen mit dem Wegfall der Wasserfläche einen neuen Standort brauchte.
Gestalterische Details wie dieses Boot waren nicht Bestandteil der Entwurfsplanung des Kreisels und auch im deutlich detailreicheren Planentwurf der Gestaltung noch nicht enthalten. Die Thematik des schmucken Elements hätte die Wiesbadener Landschaftsarchitektin sich auch kaum ausdenken können, denn es ist das lokalpatriotische Element im neuen Park, das nur Flörsheimerinnen und Flörsheimer auf den ersten Blick als die dreidimensionale Darstellung des Stadtwappens erkennen.
Die Idee ist einfach prima, das in seiner comicartigen Darstellung sehr ungewöhnliche Wappen in einer stilisierten Form auch im Stadtgarten unterzubringen. Ausgangspunkt war eine Spende des Flörsheimer Unternehmers Bernd Dasbach. Das Vorstandsmitglied dies Handwerker- und Gewerbevereins und Chef der Firma Stahl- und Metallbau Dasbach schenkte der Stadt einen Blumenkübel in Form eines Schiffsrumpfs. Diesen in Form eines Schiffes auszubauen, also mit Mast und Segel auszustatten, war Aufgabe des Baubetriebshofs. Im „laufenden Betrieb“ ist es nun ein ganz normal zu pflegender Pflanzbereich wie andere Beete auch, aber die farbenfrohe, vielseitige Gestaltung soll, den Jahreszeiten angepasst, fortgeführt werden.
Die Identifizierung als Umsetzung des Wappens ist spätestens mit der FFF-Beschriftung des Segels unverkennbar. Im Vergleich mit der Darstellung im Stadtwappen (links oben eingeblendet) fällt sofort ins Auge, dass das Stadtgartenmodell nur ein statt zwei Segel besitzt, der Rumpf metallen statt aus Holz und auch nicht so übertrieben bauchig gestaltet ist. Dennoch sticht das Schiff heraus aus den Gestaltungselementen in der Grünanlage.
Die gesamte Anlage werde jetzt, da der Frühling in sommerliche Temperaturen übergeht, von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen, auch die Wiese zunehmend für ein Picknick genutzt, berichtet Stadtsprecher Jörn Dietze. Die Rückmeldungen über die Neugestaltung fielen insgesamt sehr positiv aus. Hat man als Verwaltung auch nicht immer, recht schnell könnte es auf der offenen Wiese freilich zu heiß werden, um sich dort länger aufzuhalten.
Diese Wochen mit noch gut auszuhaltenden Temperaturen in der Sonne sind vermutlich die besten für einen Aufenthalt in Flörsheims neuem Stadtgarten, wo es für alle, die schon länger nicht mehr vorbeigeschaut haben, eine Menge zu entdecken gibt.

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