Fast wäre es wieder einer dieser nahezu ganz nach Wunsch verlaufenden Töpfermärkte in Flörsheim geworden, die es inzwischen seit 26 Jahren in der Stadt gibt. Der Veranstalter „Keramik Hessen“ hat sich nach dem Umzug von den engen Altstadtgassen in den ausladenden Stadtgarten am neuen Standort organisatorisch etabliert, den Himmel über der Stadt hat der Verein allerdings immer noch nicht im Griff.
Und so folgte auf den ersten Tag mit sehr mildem, wenn auch etwas trübem Wetter ein von stärkeren und längeren Regenepisoden geprägter Sonntag, der einiges an Besuchern gekostet haben dürfte. Was vielleicht auch ganz gut so war, sonst hätten sich die Kunden an den Ständen gegenseitig die Regenschirme in die Augen gedrückt.
47 Anbieter hatten sich diesmal eingefunden, viele bekannte, aber immer wieder auch mal Namen, die eher selten in Flörsheim dabei sind, finden sich auf der Ausstellerliste. Schon am Mittwoch stand fest, dass die Lokalmatadorin diesmal groß herauskommt, denn die Jury kürte Stina Tummels Werk „Strukturen des Lebens“ zum Sieger des Wettbewerbs um den „Flörsheimer Keramikpreis“. Die Weilbacherin und Mitorganisatorin des Marktes setzte das diesjährige Motto „Struktur“ am besten um, befand das Gremium.
Platz zwei ging an die Geisenheimerin Gudrun Vogel für ein zweiteiliges Ensemble aus Schale und Vase. „Bronze“ schließlich ergatterte Eike Godmann aus Niedernhausen, sie hatte drei todschicke, modische Handtaschen getöpfert, die aufgrund ihres Materials allerdings eher zum Hinstellen und Anschauen denn Ausgehen geeignet scheinen. Die Siegerwerke und die der weiteren Bewerber waren im Ausstellungsgebäude Mainturm auch während der Öffnungszeiten des Marktes zu sehen.
Das Rahmenprogramm wurde ebenfalls im gewohnten Umfang geboten. So die schon traditionelle „Empty Bowls“-Aktion, bei der diesmal eine gute Kartoffelsuppe „nach altbewährten Rezept“, wie Hessen Keramik warb, in von den Ausstellern je fünf zur Verfügung gestellten Suppenschüsseln verkauft wurden. Seit 19 Jahren wird so in Zusammenarbeit mit der KAB Flörsheim Geld für das Straßenkinderprojekt „Ein Zuhause für Kinder“ in Kolumbien gesammelt.
Auch Livemusik, eine Kindertöpfer-Aktion und selbstverständlich ein breites Angebot an Speis und Trank durften selbstverständlich nicht fehlen.


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