Wenn im Frühjahr die ersten Stiefmütterchen in den Blumenkästen blühen, im Sommer Geranien nachrücken und in der Adventszeit Tannengrün und Lichter den Ort schmücken, wirkt das in Weilbach fast selbstverständlich. Tatsächlich steckt dahinter jedoch viel ehrenamtliche Arbeit. Seit Jahren kümmert sich der Förderverein Weilbach 2012 darum, dass das Ortsbild rund um die Statue des Heiligen Nepomuk freundlich, gepflegt und lebendig bleibt.
Der Ursprung dieses Engagements liegt in der 900-Jahr-Feier des Stadtteils. Was zunächst als einmalige Aktion gedacht war, wurde zu einer dauerhaften Aufgabe. „Eigentlich war das nur fürs Jubiläum geplant“, erinnert sich Wilfried Theiß, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Doch die Idee blieb. Seit 2012 organisiert der Verein das Bepflanzen und Gießen der Kästen und hat damit eine feste Struktur geschaffen, die bis heute trägt.
Inzwischen zählt der Verein 42 Mitglieder. Rund 16 Ehrenamtliche gehören zum festen Kreis der Helferinnen und Helfer, die sich regelmäßig um die Pflege kümmern. Im Zwei-Wochen-Rhythmus ziehen sie mit Gießkannen los. Ein Schlauch kommt dabei nicht zum Einsatz, denn Wasser darf nicht direkt aus dem Bach entnommen werden. Stattdessen werden die vereinseigenen Kannen am Wasserhahn des Hauses am Weilbach gefüllt. Der Schlüssel dafür wandert von Einsatz zu Einsatz weiter. „Es ist zwar manchmal aufwendig, aber wir haben das gut organisiert.“, sagt Petra Schneider, die als neue „Gießerin“ über persönliche Kontakte zur Gruppe gestoßen ist.
Koordiniert werden die Einsätze von Dieter Schneider. Vieles läuft inzwischen routiniert, doch der Verein ist weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Neue Helferinnen und Helfer stoßen meist über Mundpropaganda dazu. „Wir freuen uns über jeden, der mit anpackt“, sagt Schneider. Entsprechend hofft die Gruppe, dass sich weitere Weilbacher für die Aufgabe gewinnen lassen.
Im Laufe des Jahres wandelt sich das Ortsbild sichtbar: Auf die ersten Frühjahrsblüher folgen farbenreiche Sommerpflanzen, bevor in der kalten Jahreszeit Tannengrün die Kästen prägen. Ein Teil der Blumen stammt von der Gärtnerei Mohr in Hochheim, vieles wird mit Blick auf ein stimmiges Gesamtbild ausgewählt. Auch zu Weihnachten und in der Faschingszeit setzen kleine Figuren zusätzliche Akzente und sorgen bisweilen für unerwartete Geschichten. So verschwand einmal eine der Dekorationen spurlos, tauchte kurze Zeit später jedoch unversehrt wieder auf. „Ganz ohne kleine Überraschungen läuft es eben nicht“, sagt Marion Stuchly, die ebenfalls zu den ehrenamtlichen Helferinnen gehört.
Unterstützung erhält der Förderverein vom Vereinsring und von der Turngemeinde Weilbach. Finanziell bleibt das Projekt überschaubar: Der Mitgliedsbeitrag beträgt einen Euro im Monat, städtische Zuschüsse gibt es nicht. Material, Organisation und Pflege stemmen die Ehrenamtlichen weitgehend selbst. Gleichzeitig werden weitere Vereinsmitglieder gesucht, die sich aktiv einbringen oder den Verein finanziell unterstützen, um die Arbeit langfristig auf mehr Schultern zu verteilen.
Zum Einsatz der Ehrenamtlichen gehört inzwischen mehr als nur das Gießen und Bepflanzen. Auch das Anbringen von Lichterketten an den Weihnachtsbaum im Ort übernehmen sie. Dass hinter all dem der Förderverein steckt, ist an kleinen Schildern in den Blumenkästen zu erkennen.
Für dieses Engagement hat sich der Verein um den Ehrenamtspreis der Flörsheimer Bürgerstiftung beworben. Ob es am Ende eine Auszeichnung gibt, ist noch offen. Sichtbar ist aber schon jetzt, was der Einsatz bewirkt: Ohne diese Arbeit wäre Weilbach um einiges grauer.



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