Der persönliche Blick auf die Kunst

Biennale am Main im Flörsheimer Kunstforum Mainturm eröffnet

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Besucher stehen vor einer prägnanten Kupferskulptur, gegenüber hängt ein Gemälde, das darauf antwortet. Genau solche Begegnungen sind gewollt bei der zweiten Biennale am Main, die am Sonntag im Kunstforum Mainturm eröffnet wurde. Unter dem Titel „Der persönliche Blick“ treten hier Werke aus einer privaten Sammlung in einen direkten Dialog mit neuen Arbeiten zeitgenössischer Künstler.

Zwischen großformatigen Gemälden, Skulpturen und Installationen versammelten sich rund 60 Gäste im Kunstforum Mainturm. Zur Begrüßung wandte sich Stadtverordnetenvorsteher Michael Kröhle an die Besucher. Kröhle würdigte die Biennale als Beispiel dafür, wie kulturelle Projekte durch Zusammenarbeit über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg entstehen können. Für Flörsheim sei es ein Privileg, hochwertige zeitgenössische Kunst vor Ort zeigen zu können. „Solche Veranstaltungen zeigen, dass anspruchsvolle Kunst nicht nur in großen Metropolen stattfindet“, sagte er.

Die Biennale ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Einrichtungen in der Region. Neben dem Kunstforum Mainturm beteiligen sich das Kunsthaus Taunusstein, das Kunstforum Seligenstadt sowie die Ateliergemeinschaft Wäscherei in Offenbach.

Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Dessen Geschäftsführerin Dr. Susanne Völker betonte bei der Eröffnung den gemeinschaftlichen Charakter der Ausstellung. Viele Institutionen und zahlreiche Helfer hätten daran mitgewirkt, die Biennale auf die Beine zu stellen. Im Mittelpunkt stehe in diesem Jahr der „persönliche Blick“. Ausgangspunkt dafür ist die private Sammlung von Irene Haas und Ulrich van Gemmern, die bewusst keinem kunsthistorischen Konzept folgt, sondern aus persönlicher Begeisterung für einzelne Werke entstanden ist.

Wie sich diese Sammlung nach und nach erweitert hat, schilderte Irene Haas selbst. Einen festen Plan habe es nie gegeben. „Es begann mit einem spontanen Kunstkauf“, erinnerte sie sich. Vielmehr seien im Laufe der Jahre Werke zusammengekommen, die sie und ihren Mann besonders angesprochen hätten. „Irgendwann hatten wir das Gefühl, für Poster an der Wand sind wir zu alt“, sagte sie schmunzelnd. Aus diesem ersten Kauf entwickelte sich nach und nach eine umfangreiche Sammlung – so groß, dass schließlich ein eigenes Ausstellungshaus im Kunsthaus Taunusstein entstand.

Für die Biennale dient diese Sammlung nun als Ausgangspunkt für neue künstlerische Arbeiten. Insgesamt 27 nationale und internationale Künstler haben Werke daraus ausgewählt und mit eigenen Arbeiten darauf reagiert. Dadurch entstehen in den Ausstellungsräumen immer wieder überraschende Gegenüberstellungen – mal ergänzend, mal kontrastreich.

Der Leiter des Flörsheimer Kulturamts, Christopher Naumann, stellte zu Beginn das Konzept der Ausstellung vor. Unter dem Titel „Der persönliche Blick“ greift die Biennale eine zentrale Idee auf: Künstlerinnen und Künstler lassen sich von Werken aus der Sammlung inspirieren und entwickeln daraus eigene künstlerische Positionen. So entsteht ein Dialog zwischen bestehenden Arbeiten und neuen Interpretationen. Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, kann über QR-Codes an den ausgestellten Werken zusätzliche Informationen zu den beteiligten Künstlern und zu den jeweiligen Arbeiten abrufen.

Begleitend zur Ausstellung finden mehrere Veranstaltungen statt. Den Auftakt bildet am 19. März eine Führung mit Naumann unter dem Titel „Sehen und Verstehen“. Dabei erläutert er die Ausstellung und gibt Einblicke in die künstlerischen Ansätze der Beteiligten. Am 22. März folgt ein Künstlergespräch mit Nandu Kriesche, am 16. April mit Gabriele von Lutzau. Zwei weitere Termine stehen am 26. April mit Moritz Schneidewendt und Paul Pape sowie zum Abschluss der Biennale am 31. Mai mit Patrick David Brockmann und Nandu Kriesche auf dem Programm.

Die Ausstellung im Kunstforum Mainturm ist donnerstags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zur Biennale und zu den Ausstellungsorten gibt es unter www.biennaleammain.de

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