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Venedig sehen und lachen

Sitzung des FCV zur Eröffnung der Campagne 2012:„Nacht der Masken – Wenn die Gondeln Narren tragen“

 

FLÖRSHEIM (ak) – Fast pünktlich zu Beginn der fünften Jahreszeit bot der Flörsheimer Carneval Verein (FCV) am Samstag, 12.11.2011, bei einer Sitzung zur Eröffnung der Campagne 2012 schon einen Vorgeschmack auf die närrischen Leckerbissen des nächsten Jahres. Dabei wurde auch das Motto der Campagne 2012 bekanntgegeben: „Nacht der Masken – Wenn die Gondeln Narren tragen.“ Die Sitzungsbesucher werden sich also auf eine närrische Reise nach Venedig begeben. 
Der Erste Vorsitzende des FCV Hans-Joachim Greb nahm zu Beginn der Sitzung die Gelegenheit wahr, nicht nur die Zuschauer zu begrüßen, sondern auch Jubilare zu ehren und Ehrenmitgliedschaften zu verleihen: geehrt wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft im FCV Karl-Heinz Mitternacht, für 25 Jahre Mitgliedschaft Dietmar David und Ralf Vollmöller. Ehrenmitglied des FCV dürfen sich nunmehr Franz Kraus, Hubert Klein und Toni Hartkorn nennen, dem der Erste Vorsitzende an diesem Tag sogar zum 75. Geburtstag gratulieren konnte.
Ganz närrisch konsequent wurde das Publikum dann von der charmanten, in einer venezianischen Robe gekleideten Moderatorin Jasmin Bangel zunächst in fließendem Italienisch begrüßt – zur Erleichterung aller 350 Gäste in der Flörsheimer Stadthalle führte sie aber ihr Publikum in fasse?nachtsgemäßer Sprache weiter durch das bunte und unterhaltsame Programm.
Nach einem interessanten Solo-Tanz von Melissa Erbes stieg „Der Protokoller“ Gregor Stark in die Bütt. Er hat in diesem Jahr in Flörsheim natürlich viel zu berichten, „des Teufels Nordwestbahn“ bietet ihm den Einstieg zu einem humorigen „Rundumschlag“ zum Weltgeschehen. Politiker, Banken und auch der Papst kamen nicht ungeschoren davon. Zum ersten Mal in der Fassenacht trat die Schlagersängerin Sylvia Martens auf, die stimmgewaltig das Publikum zum Schunkeln und Mitklatschen brachte. Als „Christian on Tour“ berichtete dann Christian Greb von seinem Pech, dass seine Mama sich einen Hund angeschafft hat. Aber wenigstens konnte er seine Oma, die eine Reise gewonnen hat, dazu bewegen, anstatt des Hundchens ihn mit „on Tour“ zu nehmen. Sein zum Kreischen komischer Bericht über die Erlebnisse mit Oma und Opa in Florida brachte die Zuschauer zum Johlen. 
Ralf Bender war aktiv bei der Weilbacher Ultimativen Fassennachtsverunstaltung, hatte aber zehn Jahre lang nicht in der Bütt gestanden. Er hielt den ungewöhnlichen, von Galgenhumor geprägten Vortrag „Unerträglichkeit der Stille“. Als „Lärm-Junkie“ lobte er den Krach, gab an, er wolle nun so gern nach Flörsheim ziehen, könne aber keine Wohnung dort finden, weil es ja leider so viele „Krachsüchtige“ wie ihn jetzt dort gäbe – und bekam prompt aus dem mucksmäuschenstillen Publikum das Angebot: „Ei willste mei Haus kaafe?“
Ein besonderes Schmankerl bot die „Gruppe ohne Namen“ mit dem Sketch „Gon-zappt“ den Gästen: sie konnten ganz wie von zu Hause gewohnt zwischen zwei „Fernsehprogrammen“ hin und her zappen. Nur die Inhalte der Programme waren nicht so langweilig wie im echten Fernsehen, sondern sehr amüsant und gut gespielt. Man konnte gleichzeitig Peter Zwegat zu Besuch beim Ehepaar Merkel beobachten und sich anschauen, welche Parallelen bei der Notvermittlung eines Hundes und der eines übriggebliebenen Fassenachts-Gardisten bestehen.
Auch für das Auge der Närrinnen wurde auf dieser Sitzung was geboten – Andreas Heider „schwebte“ als „Amor“ wie eine Putte verkleidet auf die Bühne, als Kostüm reichten ihm weiße Shorts, große weiße Flügel und Pfeil und Bogen. Sein mit erstauntem und unschuldigem Blick gehaltener Vortrag, der sich selbstverständlich nur um die Liebe drehte, wurde immer wieder vom Publikum mit „Uiuiuiuiuiu, auwauwauwauwau“-Quittierungen unterbrochen. 
Nach dem närrischen Engel brachte der junge Stimmungssänger André Ludwig aus Wicker den Saal mit seinem erfrischenden und unbekümmerten Gesang zum Schunkeln und Mitsingen. Patricia Lowin stand als Griechische Göttin des Ziegenkäses und der Molkereiprodukte „Patros“ nicht in der Bütt, sondern an der weißen Säule und „ver?griechischte“ so manches auf witzige Weise. 
Nach der Pause machte die hauseigene Band des FCV dem Titel ihrer Shownummer alle Ehre: bei „Let’s fetz“ riss sie das Publikum mit Fleerschemer Texten zu wohlbekannten Songs mit, die Zeilen „wenn alles singt und alles klatscht, dann ist in Fleerschem Fassenacht“ trafen voll ins Schwarze. Besonders gut kam auch die Zugabe „Mein Mädel tanzt beim FCV“ des Showtanzballetts Cassiopeia an.
Als der „Alleinerbe“ Alex Leber sich neben dem Bild seiner „Erbtante“ Elfriede auf der Bühne platzierte, konnte er sich schon der Gunst des Publikums gewiss sein: für seine Situation hatte man vollstes närrisches Verständnis. Die Frage „Seid ihr euch noch einig oder habt ihr schon geteilt?“ hatten offenbar so manche Zuschauer schon mal irgendwo gehört und man amüsierte sich köstlich über seine Ausführungen zum Erben und die Auswirkungen davon auf Familie und Lebensinhalte. 
Hans-Joachim Greb als der „Italienurlauber“ Hobbes mit roter Nase und weißen Handschuhen entführte die Zuschauer auf temperamentvolle Art humorig „uffgereescht“ mit den Armen rudernd über den Brenner nach Italien, wo es ihm zur Freude der Fassenachter offenbar ganz gründlich misslang, sich bei einem Club-Urlaub mit Animation tatsächlich zu erholen. Die geschilderten Situationen waren den Narren und Närrinnen so vertraut, dass sie immer wieder mit großem Vergnügen im Chor die Sätze des Hobbes beenden konnten. 
Zum Ende des Programms der Sitzung setzte Andreas Schmitt als der „Ober-Messdiener“ des Mainzer Doms noch einen närrischen Schwerpunkt, der dem Flörsheimer Narrenpublikum mit zornig kauzigen Bemerkungen etwa über den „Geiz ist geil“-Zeitgeist und über den Wiesbadener Nachbarn noch einmal die Lachtränen in die Augen trieb.
Aufgelockert wurde die Sitzung von schwungvollen und zu gut zusammengestellter Musik flott getanzten Fassenachts-Ballett-Darbietungen der Tanzgruppen Inkognito und Cassiopeia, die Vorträge wurden musikalisch untermalt von Hansi Sprenger. 
Nun darf man also gespannt sein – nicht zuletzt auf das versprochene tolle und bisher noch streng geheime Bühnenbild und natürlich auch auf die endgültige Auswahl der Programmpunkte für die Fassenachtssitzungen des FCV im Jahr 2012. Wegen der großen Nachfrage wurde noch ein zusätzlicher Sitzungstermin am Fassenachts-Samstag angesetzt, es werden also nicht sechs, sondern sieben Sitzungen in der Flörsheimer Stadthalle stattfinden. Daher stehen noch Restkarten zur Verfügung, die man telefonisch unter der Nummer 06145–599990 bestellen kann. 
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