Mit Handschuhen, Greifzangen und Müllsäcken ausgestattet, zogen am Samstagmorgen kleine Gruppen durch Straßen, entlang von Feldrändern und hinein in Gebüsche – immer auf der Suche nach dem, was andere achtlos weggeworfen hatten. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger packten dabei in Weilbach mit an. Im Rahmen der städtischen Aktion „Wir putzen unsere Stadt“ befreiten sie Straßenränder, Grünflächen und Gebüsche von Abfall. Bei frühlingshaftem Wetter wurde aus der Sammelaktion eine sichtbare Gemeinschaftsleistung.
„Ich finde es toll, wie engagiert die Flörsheimerinnen und Flörsheimer immer bei den jährlichen Aktionen dabei sind“, sagt Ursula Vierhuis, Klima- und Umweltschutzbeauftragte der Stadt. „Sowohl beim Stadtputz zum Frühjahrsbeginn als auch beim Main Clean-Up im September oder beim Sauberhaften Kindertag der Kitas im Mai ist das Interesse immer groß.“
Treffpunkt war am Morgen die Weilbachhalle. Dort wurden die Helfer eingewiesen, Routen festgelegt und Arbeitsmaterial ausgegeben. Anschließend verteilten sich die Teilnehmer auf mehrere Routen im Stadtteil. Unter anderem wurden das Industriegebiet, die Landstraße in Richtung Bad Weilbach, der Dichterhügel, das Gelände rund um den FC Germania und das Umfeld der Weilbachhalle von Müll befreit. Grünstreifen, Parkbuchten und Wegränder wurden dabei systematisch abgesucht.
Die Beteiligung war breit gefächert: Die Freiwillige Feuerwehr Weilbach stellte mit 15 „Mini-Löschern“, Jugendlichen und Eltern eine der größten Gruppen. Zehn Pfadfinder des Stamms Ulrich von Hutten waren ebenso im Einsatz wie der BUND, die Ahmadiyya Muslim Gemeinde Flörsheim, der Förderverein der Grundschule Am Weilbach und der Verein „Gemütlichkeit Weilbach“. Auch Mitglieder von CDU und GALF beteiligten sich an der Aktion sowie weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger.
Was dabei zum Vorschein kam, sorgte nicht nur bei den Kindern für Kopfschütteln. Neben Verpackungen, Flaschen, Dosen und unzähligen Zigarettenstummeln fanden die Helfer auch sperrige Gegenstände. Besonders auffällig war ein ausgedienter Kühlschrank, der illegal entsorgt worden war. An anderer Stelle zogen die Helfer einen Teppich und einen Stuhl aus dem Gebüsch – Gegenstände, die dort offenbar gezielt abgelegt worden waren. Unter einer Bank entdeckten die Jüngsten zudem Werkzeug, das mutmaßlich für Einbrüche gedacht war. Auch ein Personalausweis und eine BahnCard wurden zwischen dem Müll gefunden.
Nach rund zweieinhalb Stunden waren zahlreiche Säcke gefüllt. Der Baubetriebshof übernahm die fachgerechte Entsorgung. Zum Abschluss lud die Stadt die Helferinnen und Helfer in die Weilbachhalle ein, wo eine warme Suppe, Würstchen und Brötchen bereitstanden. In entspannter Atmosphäre klang der Vormittag aus.
Das Engagement für Umwelt- und Klimaschutz soll weitergehen. Am Sonntag, 26. April, feiert das Naturschutzhaus von 12 bis 17 Uhr den „Tag der Erde“ – zugleich sein 35-jähriges Bestehen. Seit 1991 wird die Veranstaltung gemeinsam mit Vereinen, Organisationen, Behörden und regionalen Betrieben ausgerichtet.
Rund um den Tag der Erde veranstaltet die Stadt Flörsheim vom 25. bis 30. April wieder eine „Woche der Erde“ mit Informations- und Mitmachangeboten rund um Natur, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Mit dabei ist unter anderem ein Informationsabend zu Photovoltaik.
„Umwelt- und Klimaschutz hat viele Facetten“, betont Vierhuis. „Mit der Woche der Erde wollen wir ein Angebot schaffen, aus dem sich jeder etwas herauspicken kann, das zu den eigenen Interessen passt.“
Der Frühjahrsputz am Samstag hat gezeigt, wie sehr der Umweltschutz den Weilbachern am Herzen liegt und dass viele bereit sind, Verantwortung für ihr unmittelbares Umfeld zu übernehmen.



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