Am vergangenen Freitag, 24. April, hatte das Psychosoziale Zentrum in Hattersheim zum Tag der offenen Tür eingeladen.
Los ging es bereits vor der offiziellen Eröffnung in der Stadthalle um 14 Uhr mit der Vorstellung der einzelnen Bereiche im Psychosozialen Zentrum selbst, beheimatet Im Boden 18 in Hattersheim.
Bunte Luftballons kennzeichneten den Eingang zu den Räumlichkeiten und luden dazu ein, sich mit der wichtigen Arbeit in dieser Einrichtung einmal etwas genauer zu beschäftigen. Im Psychosozialen Zentrum selbst herrschte an diesem Vormittag buntes Treiben: Die dortigen Angebote wurden näher vorgestellt und erläutert, Kunstwerke der Klientinnen und Klienten gezeigt, und generell wurde ein umfassender Blick hinter die Kulissen gewährt. Dabei wurden auch Austausch und Begegnung groß geschrieben, denn auch zahlreiche Klientinnen und Klienten waren vor Ort anwesend und gingen dort auch ihrem gewöhnlichen Alltag im Psychosozialen Zentrum nach - nur diesmal eben mit einer Menge interessierter Besucherinnen und Besucher um sie herum, darunter auch die Erste Stadträtin Heike Seibert.
Bereits seit über 30 Jahren hilft und unterstützt das Psychosoziale Zentrum Main-Taunus-Kreis Südwest (PSZ) Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen mit seinen Angeboten. Lebensqualität und Lebenszufriedenheit der Betroffenen sollen dabei erhöht werden, man geht mit einem differenzierten Beratungs- und Betreuungsangebot individuell auf die Klientinnen und Klienten ein.
Unter einem Dach können im PSZ gleichermaßen eine persönliche Beratung, individuelle Unterstützung, tagesstrukturierende Begleitungen und auch Betreuungsleistungen in einer besonderen Wohnform angeboten werden.
Das PSZ setzt sich dabei aus mehreren Bausteinen zusammen: In der Tagestätte wird den Klientinnen und Klienten eine sinngebende Tagesstruktur geboten. Darüber hinaus werden ihnen vielfältige kulturelle, kreative und auch gemeinschaftsbildenden Angebote gemacht, was letztendlich beispielsweise zur Aufnahme einer Tätigkeit in einer Reha-Werkstatt führen kann. Im PSZ stehen hierfür spezielle Kunst- und Werkstatträume zur Verfügung, in denen sich die Menschen kreativ und handwerklich betätigen und ausdrücken können.
Auch ein Ambulant Betreutes Wohnen zählt zu den Bausteinen des PSZ. Hier soll ein aufsuchendes Betreuungsangebot auch die Begleitung und Unterstützung der Klientinnen und Klienten im eigenen häuslichen Umfeld ermöglichen.
Einen niedrigschwelligen, schnellen und gegebenenfalls auch anonymen Zugang zu gemeindepsychiatrischen Leistungen bietet die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle. Und schließlich wird mit dem Wohnhaus Weingartenstraße Menschen mit psychischen und seelischen Beeinträchtigungen, die nicht in der Lage sind, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen, eine besondere Wohnform als Option angeboten.
Der Nachmittag des Tages der offenen Tür des PSZ fand dann in der Hattersheimer Stadthalle statt, wo in jeweils anderthalbstündigen Vorträgen die Autoren Jens Jüttner und Jonathan Gutmann ihre interessanten Erfahrungsberichte mit dem Publikum teilten. Jens Jüttner berichtete dabei über seinen eigenen Weg mit paranoider Schizophrenie. Seinen Lebensweg hat er eindrucksvoll mit seinem Buch "Als ich aus der Zeit fiel" zu Papier gebracht. Und Jonathan Gutmann führte mit seinem Vortrag vor Augen, welche entlastende Wirkung Humor in einem belastenden und herausfordernden Alltag entfalten kann.
Weitere Informationen online unter: https://www.drk-sozialedienste-rmt.de/psychosoziale-hilfen/psychosoziales-zentrum




Kommentare