BUND Hattersheim: Schwalbenjahr 2026 "zufriedenstellend"

Mehlschwalben sind Langstreckenzieher - und kennen auch Wohnungsnot

pm

Vielleicht haben Sie in den letzten Tagen mehrfach Ansammlungen von Vögeln auf Stromleitungen gesehen? Das könnten Mehlschwalben gewesen sein. Die sammeln sich Ende August/Anfang September, starten aber erst Mitte September in ihre Winterquartiere. Die liegen südlich der Sahara. Dabei leisten die nur 18 Gramm wiegenden Tierchen Erstaunliches: In vier bis sechs Wochen legen sie bis zu 10.000 Kilometer zurück! Mit 40 bis 80 Kilometer pro Stunde und rund 300 Kilometer am Tag. Im Gegensatz zum Storch überqueren sie dabei das Mittelmeer.

Mitte April bis Mitte Mai kommen unsere geflügelten ‚Glücksbringer‘ dann wieder zurück. Grundsätzlich zu ihren angestammten Nestern. Mehlschwalben sind extrem "brutplatztreu".

Mehlschwalben, die wieder in ihr Nest aus dem Vorjahr einziehen können, haben sehr viel Arbeit gespart. Für den Bau eines Nestes müssten sie 700 bis 1.500 Lehmkügelchen suchen, sie mit ihrem Speichel vermischen, an die ‚Baustelle‘ schleppen und dort ihr kleines Nest bauen. In den letzten Jahren wird das für unsere gefiederten Freunde immer schwerer. Schuld sind wir Menschen. Durch die ständige Versiegelung unseres Bodens gibt es immer weniger Lehm. Noch schlimmer: Immer mehr Häuser werden wärmegedämmt und bekommen eine glatte Hausfassade. Daran haften keine Nester.

BUND bietet Fertighäuser für Mehlschwalben an

Zur Linderung der Wohnungsnot hat der BUND Hattersheim im Jahr 2025 insgesamt sechs künstliche Nester für Mehlschwalben an Privathäusern angebracht: Eines in Hattersheim, zwei in Eddersheim und drei in Okriftel. Erfreulich: In einem Nest in Eddersheim gab es 2026 schon Nachwuchs. Meistens dauert es einige Jahre, ehe die Tiere ein solches Angebot annehmen.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, an seinem Haus einen Nistkasten anzubringen, kann sich gerne an den BUND Hattersheim wenden: info[at]ovhattersheim.bund-hessen[dot]net. Bei Monika Eddison-Wild im Wiesenweg 9 in Eddersheim kann man fünf Doppelnester von der Straße aus sehen. Der BUND beschafft und montiert die Nistkästen. Zum Schutz der Hauswand vor Kotbeschmutzung durch die Tiere bringt er, wenn das gewünscht wird, ein sogenanntes "Kotbrett" circa 50 cm unter den Nestern an. Kosten entstehen den neuen "Vermietern" nicht.

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