„Wir sind sehr stolz auf das, was wir in recht kurzer Zeit für unsere Umwelt in Hattersheim und seinen Stadtteilen erreicht haben“, freut sich Christine Dörr, eine der drei „Chefinnen“ des BUND Hattersheim. „Der Schwerpunkt unserer Tätigkeiten ist der Einsatz zur Erhaltung und Verbesserung unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, so ihr Rückblick auf die letzten beiden Jahre, in denen der BUND Hattersheim aus einem „langen Dornröschenschlaf erwacht ist“, so Dörr.
Steinkauzpflege
Genau 19 Niströhren für Steinkäuze sollte es alten Unterlagen zufolge in Hattersheim geben. Mit Schwerpunkt in Okriftel. Bei einer ‚Generalinspektion‘ im Jahr 2026 konnte Bernd Zürn vier davon nicht finden. Fünf waren so marode, dass er sie entfernen musste. Die normale Lebensdauer der von Zürn selbst gebauten Behausungen beträgt in der Regel 10 Jahre. Die Lücke von neun Röhren wurde in Frühjahr 2026 überkompensiert durch das Anbringen von 14 neuen Röhren. Schwerpunkt war Eddersheim (Alberichweg, Grundschulbereich, Weißer Steinweg und das Gebiet ‚Stammgleis‘) sowie im Westen von Okriftel. Dort gibt es jetzt vier neue Röhren im Bereich ‚Reitschule‘.
Die Zustimmung der Eigentümer bzw. Pächter der Grundstücke, auf denen die BUND’ler ihre
Röhren aufhängen, erfolgte grundsätzlich spontan und problemlos. Viele waren froh, dass sie den Naturschützern dadurch helfen konnten.
Bei der Kontrolle von zehn Röhren am 17. Mai waren fünf unbenutzt. In drei Röhren gab es je einen erwachsenen Steinkauz ohne Brut. In einer einzigen Behausung gab es drei Junge. Das ist ein überraschend schlechtes Ergebnis.
Erfolgreiche Entwicklung bei den Turmfalken
Auf Wunsch von Regina und Herbert Becker bauten die BUND’ler im September 2024 im Dachgiebel der Eheleute am Bahnhof Eddersheim einen Turmfalkenkasten. Im Frühjahr 2025 gab es dort die erste erfolgreiche Brut. Auch in diesem Jahr deutet alles auf Nachwuchs hin.
Diese Hoffnung haben die Umweltschützer auch bei einem im März 2026 durch sie aufgestellten Holzmast mit einem Turmfalkenkasten. Er steht in günstiger Lage in Okriftel zwischen Rosarium und Friedhof Okriftel.
Mehlschwalbenansiedlung als Versuchsprojekt
Um die Wohnungsnot der Mehlschwalben zu lindern hat der BUND im Jahr 2025 insgesamt sechs Mehlschwalbendoppelnester an verschiedenen Wohnhäusern angebracht. Die Freiwillige Feuerwehr Hattersheim mit ihrer Drehleiter war dabei eine große Hilfe. Rückmeldungen, dass diese Nisthilfen schon angenommen wurden, gab es bisher noch nicht. Das ist aber nicht verwunderlich.
Mammutaufgabe: Meisenkastenkontrolle
Mehr als einhundert Meisenkästen betreut der BUND in allen drei Stadtteilen. Schwerpunkte sind in Okriftel. Dort hängen im Wäldchen 33 und auf dem Friedhof 16 Kästen. Der Rest befindet sich auf den Friedhöfen in Hattersheim und Eddersheim sowie an der Wasserwerkschaussee. Beim Aufhängen, der Kontrolle und Reinigung finden sich fast immer Interessenten, erfreulicherweise oft Familien mit Kindern.
Einsatz gegen Umweltzerstörungsprojekte
Bei Projekten, die unsere Umwelt und unsere Lebensqualität negativ beeinflussen, ist der BUND Hattersheim natürlich auch aktiv. Leider gibt es davon gleich mehrere: Flughafen, Maindamm, Quartier am "Posten-19-Weg"… Sich mit dieser Problematik vertraut zu machen erfordert viel Zeit und ist oft frustrierend. Erfreulich, dass sich mehrere Aktive dieser "heißen Eisen" annehmen in der Hoffnung, dadurch Schlimmeres zu verhindern.
Alles in allem ist der BUND Hattersheim sehr zufrieden mit dem, was er bisher erreicht hat. Seine Mitglieder gehen daher hoch motiviert die vor ihnen liegenden Aufgaben an.




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