"Faire Spiele - Faires Miteinander"

Start der diesjährigen Hattersheimer Ferienspiele auf den Okrifteler Mainwiesen / Gänsekot-Problematik spitzt sich weiter zu

mpk

Am Montagmorgen um 9 Uhr ging es wieder los - und das keinen Tag zu früh: Hatte bis einschließlich Sonntag noch die ausufernde Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad das Land im Griff, brachte die Nacht vor dem Ferienspielstart endlich die ersehnte Abkühlung. Dies jedoch mit Niederschlägen und Gewittern, so dass die Hitze zunächst gegen eine äußerst hohe, schweißtreibende Luftfeuchtigkeit eingetauscht wurde.

Bereits vor dem Startschuss warteten am Rande der Okrifteler Mainwiesen die 130 Kinder (wieder einmal überstieg die Nachfrage das Angebot und alle zu vergebenden Plätze waren frühzeitig ausgebucht) mit ihren Eltern geduldig auf den feierlichen Auftakt. Pünktlich um 9 Uhr durften dann alle den "heiligen Rasen" betreten und zu den aufgestellten Bänken eilen, von denen aus die Kinder der Eröffnungszeremonie beiwohnen konnten.

Schnell merkten dabei jedoch insbesondere die aufmerksamen Erwachsenen, dass die Wiese übersät war mit unzähligen "Tretminen", sprich: Den unschönen Hinterlassenschaften der sich ständig ausdehnenden Nilgänse-Population am Mainufer. Wer von dem allgegenwärtigen Gänsekot Notiz nahm, bewegte sich eher auf Zehenspitzen fort, um den Häufchen möglichst effektiv aus dem Weg zu gehen. Ein schwieriges bis nahezu unmögliches Unterfangen.

Es ist ein großes Ärgernis, auf das die Erste Stadträtin Heike Seibert auch in ihrer Eröffnungsrede einging. Seibert bat vielmals um Entschuldigung für die sich immer weiter verschlimmernde Problematik, die schon im Vorjahr ein großes Thema war. Sie versprach, dass an jedem Morgen vor Beginn der Ferienspiele die Wiese so gut es geht gereinigt wird. Auch am Montag sei das bereits geschehen - nur muss man auch festhalten: Wenn das Bild um 9 Uhr bereits nach der Reinigung an diesem Tag so aussah, will man gar nicht erst wissen, wie es ohne einen solchen Säuberungseinsatz wäre.

Die Gänsepopulation am Mainufer hat sich binnen weniger Jahre verdreifacht, und eine einzige Nilgans scheidet täglich schätzungsweise bis zu zwei Kilogramm an Kot aus (etwa 290 Gramm Nassgewicht). Das ist schon ganz stattlich, wenn man bedenkt, dass eine ausgewachsene Nilgans in der Regel zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm auf die Waage bringt. Und das erklärt auch, warum gerade Liegewiesen und Badestrände im Lebensraum dieser Gänse häufig sowohl aus optischer wie auch hygienischer Sicht für Besucherinnen und Besucher eher abstoßend wirken.

Stichwort Hygiene: Giftig ist der Kot der Gänse zwar in der Regel nicht, jedoch kann er Krankheitserreger wie etwa Kolibakterien enthalten. Der direkte Kontakt sollte deshalb vermieden werden. Ob das spielenden Kindern immer gelingt, sei einmal dahingestellt.

Heike Seibert berichtete, dass der Stadt die sich laufend zuspitzende Problematik sehr wohl bewusst sei. Man habe Versuche unternommen, die Gänse zu vergrämen - bislang leider ohne Erfolg, eine effektive Lösung wurde einfach noch nicht gefunden.

130 Kinder freuen sich auf zwei Wochen Spiel und Spaß

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Den diesjährigen Ferienspielen in Hattersheim. Diese stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Faire Spiele - Faires Miteinander". Wie schon im Vorjahr, nehmen auch in diesem Jahr wieder insgesamt 130 Kinder an den Ferienspielen teil, davon 43 aus Hattersheim, 58 aus Okriftel und 29 Kinder aus Eddersheim. Die Jungs sind diesmal leicht in der Überzahl: 69 junge "Herren der Schöpfung" treffen auf 61 Mädchen.

Die Durchführung der Ferienspiele erfolgt auch in diesem Jahr wieder durch das Fachreferat Jugend, Senioren und Soziales der Stadt Hattersheim am Main. Freudig präsentierte die Erste Stadträtin den Kindern auch die 21 Betreuungskräfte, die in ihren hellblauen T-Shirts für die Kinder leicht als solche zu identifizieren sind. Zudem tragen sie alle Baseball-Caps mit ihren Vornamen, was die Kommunikation zwischen Kindern und Helfern natürlich weiter erleichtert.

Seibert stellte den Kindern bei dieser Gelegenheit auch Oya Demet und Doroti Bojti vor, welche die diesjährigen Ferienspiele in Eigenregie und mit viel Liebe zum Detail organisiert haben und nun die Leitung übernehmen. Los ging es direkt mit der Einteilung der Ferienspielgruppen - hierfür wurden dann auch die mitgekommenen Eltern nicht mehr gebraucht.

Vielseitiges Programm

Bis Freitag, 10. Juli, werden sich die Kinder nun mit Projekten, Aktionen und Spielen rund um das Motto beschäftigen und gemeinsam zweifellos viele spaßige und kurzweilige Stunden verbringen.

Die Kinder erwartet wieder ein abwechslungsreiches Programm, das sich tagtäglich aus den Disziplinen "Sport", "Kreativ", "Ausflug" und "Special" zusammensetzt, und das jeweils aufgeteilit in Vormittags- und Nachmittagsangebote. Die Kinder haben also durchaus die Qual der Wahl, welches Angebot sie jeweils nutzen wollen: Will man sich lieber bei der Sporthelden-Olympiade messen oder basteln und malen? Und möchte man der Stadtpolizei einen Besuch abstatten oder gemeinsam mit der Ersten Stadträtin im Rathaus frühstücken? Auch der Tierpark Hattersheim wird wieder besucht, ebenso das Dialogmuseum und das Senckenbergmuseum, und die actionreiche Fahrt mit dem Feuerwehrboot darf natürlich auch nicht fehlen. In der zweiten Woche findet täglich unter anderem ein Theaterworkshop statt, am vorletzten Ferienspieltag messen sich die Ferienspielkinder mit den Betreuungskräften im Rahmen eines Fußballturniers, und am Freitag, 10. Juli, steigt dann ab 14 Uhr wieder das große, traditionelle Abschlussfest, zu dem die Stadt Hattersheim am Main bereits jetzt alle Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten, Großeltern sowie alle unterstützenden Personen und Sponsoren herzlich einlädt.

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