Fröhliche Kinder bei den Ferienspielen

Kreative Aktivitäten auf den Mainwiesen in Okriftel am vergangenen Donnerstagmorgen

hl

Wie jeden Tag ging es auch am letzten Donnerstag um 9.45 Uhr mit den Ferienspielen los. Eine Melodie, die über Lautsprecher gespielt wurde, rief die Kinder zum Informationszelt. Oya Demet, die die Ferienspiele gemeinsam mit Doroti Bojti leitet, war es wichtig noch einmal Sicherheitshinweise an die Kinder zu geben. Sie erklärte, dass die Kinder das rot-weiße Band, das um die Ferienspielwiese gespannt ist, nicht ohne die Erlaubnis der Betreuer oder Betreuerinnen passieren dürfen. Insgesamt wurden 21 Personen als Betreuer engagiert. Oya Demet berichtete, dass sich in diesem Jahr viele Bewerber gemeldet hätten. Sie habe mit jeder Person ein Bewerbungsgespräch geführt. Dabei sei es ihr wichtig gewesen, das Engagement und den Ideenreichtum der Bewerber und Bewerberinnen festzustellen. Die Hälfte der engagierten Betreuer ist den Kindern bereits bekannt. Erfahrungen im Umgang mit Kindern können alle aufweisen. In drei Vorbereitungstreffen habe man die Ideen für die Ferienspiele gesammelt.

Die Eltern können sich auf eine perfekte Organisation zum Wohle der Kinder verlassen. Das Informationszelt ist beispielsweise immer besetzt. Das ermöglicht Kindern, die sich gerade nicht wohl fühlen, sich auszuruhen.

An den Farben der Kappen, die mit den Namen der Kinder versehen wurden, kann man die Altersgruppe feststellen. Die Sechs- bis Siebenjährigen tragen gelbe Kappen, die Acht- bis Neunjährigen rote und schließlich die Altersgruppe von zehn bis zwölf Jahren blaue Kappen.

Für den letzten Donnerstagmorgen standen zwei Aktivitäten außerhalb von Okriftel auf dem Programm: der Besuch des Dialogmuseums und der „Gläserne Globus“. Sportbegeisterte Kinder konnten sich auf dem Gebiet des FC Germania Okriftel betätigen.

Auf den Wiesen gibt es jeden Tag das Angebot des freien Malens. Ganz zum Motto der diesjährigen Ferienspiele „Faire Spiele – Faires Miteinander“ passend, werden mit den Schülern und Schülerinnen unter anderem auch die Themen Gerechtigkeit, Recycling, Respekt und Nachhaltigkeit besprochen. Der Baum auf dem Plakat der Hattersheimer Ferienspiele zeigt diese Begriffe auf seinem Stamm. Er soll mit Blättern und diversen Früchten geschmückt werden. Hierzu werden Vorlagen von der Malgruppe koloriert, laminiert und ausgeschnitten. Es ist geplant, den Baum bis zum Abschlussfest reich bestückt zu haben.

Beim kreativen Basteln gab es allerhand Ideen, was man aus leeren Milchtüten oder Eierkartons machen kann. Hier entstanden Blumenvasen, Vogelhäuschen, Raupen, oder Kraken.

Mineralien

Sehr beliebt bei den Sechs- bis Siebenjährigen ist das Angebot von Hans-Günter Waas zum Thema Mineralien. Waas ist Vorsitzender des Geowissenschaftlichen Freundeskreis e.V. Mainz – Wiesbaden. Seine Frau Hannelore Waas berichtete, dass bei ihr und ihrem Mann die Leidenschaft für Mineralien mit einer Rallye begonnen habe, die die beiden 1974 bei ihrer Tanzschule durchführten. Die Aufgabe war, in den Taunus zu fahren und einen Stein mitzubringen. Die beiden fanden einen großen Stein und gewannen damit den ersten Preis. Die Sammlung des Okriftelers Hans-Günter Waas umfasst mittlerweile mehrere Tausend Mineralien. „Unser Wohnzimmer ist weitgehend steinfreie Zone“, erzählte Hannelore Waas. „Aber Keller und Garage sind voll.“ Hans-Günter Waas berichtete, dass seinem Verein der Nachwuchs fehle. Dieses liege zum Teil auch daran, dass man kaum noch Steinbrüche besuchen könne. Durch unvorsichtige Besucher sei es zu Unfällen gekommen oder eifrige Steinsucher hätten Werkzeug hinterlassen, das Schäden verursachte.

Das Programm, das das Ehepaar Waas bot bestand aus zwei Teilen. Begonnen wurde mit Sandmalerei. Dazu wurde auf Pappteller Klebstoff in einem frei zu wählenden Muster aufgetragen und anschließend mit farbigem Dekosand bestreut. So entstanden viele bunte Kunstwerke. Es war faszinierend zu sehen, wie viele unterschiedliche Ideen die Kinder hatten und welch schöne Teller entstanden.

Als zweiter Programmpunkt ging es an die Mineralien. Hans-Günter Waas hatte eine Wanne voll feinem Spielsand mitgebracht. In diesen vergrub er viele bunte Halbedelsteine, aber auch kleine Muscheln und Haifischzähne waren dabei. Jedes Kind durfte im Sand nach einem Schatz graben und die „Beute“ dann in ein kleines Säckchen abfüllen und mitnehmen. Damit es gerecht zuging, bekam jeder einen Chip mit einem kleinen Holzwurm drauf. (Hans-Günter Waas ist auch bei den „Holzwürmern“ in Hattersheim tätig.) Den Chip musste man abgeben, bevor man zur Schatzsuche zugelassen wurde. Die Kinder waren sehr begeistert. Manche hatten Glück und fanden recht viele Steine, andere mehr Haifischzähne. Hans-Günter Waas achtete darauf, dass jeder zufrieden war. Am Ende blieb noch ein wenig Zeit übrig, so dass auch noch die rote Gruppe, die sich vorher mit dem Basteln beschäftigt hatte, einen Schatz heben konnte.

Auch in diesem Jahr werden die schönen zwei Wochen der Ferienspiele schnell vorbeigehen. Beim Abschlussfest am 10. Juli ab 14 Uhr wird ein Barfußpfad zu bewundern und zu testen sein.

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