Ein gelungener Abschluss

Verabschiedung der Haupt- und Realschulklassen der Heinrich-Böll-Schule am letzten Montag in der Stadthalle

hl

Es ist ein besonderer Tag, wenn man endlich das Zeugnis für den Schulabschluss in den Händen hält. Wenn dieser Tag so feierlich begangen wird wie am letzten Montag in der Stadthalle in Hattersheim, dann wird er sich als schöne Erinnerung in das Gedächtnis einprägen. „Wir haben schon geübt und alle sind aufgeregt“, berichtete Henrik Schuppan, der Schulzweigleiter für die Hauptschule. Um 15 Uhr ging es los. Die Schülerinnen und Schüler von je zwei Haupt- und Realschulklassen nahmen schön gekleidet in der Stadthalle Platz. Bei den jungen Damen überwogen lange Kleider, die Herren hatten wegen der großen Hitze größtenteils auf ein Jackett verzichtet. Sehr wohlwollend wurde aufgenommen, dass die Hattersheimer Stadthalle nun eine funktionierende Klimaanlage hat. Für den feierlichen Rahmen sorgten die Schulband UNKNWN und die Chor AG der Heinrich-Böll-Schule.

Schulleiter Dr. Dietrich Heither hob in seiner Ansprache hervor, dass nun für die Schulabgänger der erste Schritt in die Gesellschaft erfolge. Die jungen Menschen haben viel gelernt, nicht nur in den Schulfächern, sondern auch für das Leben und das Miteinander. Schule sei ähnlich wie die Fußballweltmeisterschaft, ein Wachsen, Scheitern und Meistern. Sein Rat an die Schülerinnen und Schüler: „bei Problemen die Mitmenschen mitnehmen, an Zielen hart arbeiten, Probleme bewusst anpacken, keine Furcht vor Gegenspielern, fair bleiben, die Werte nicht vergessen, Vertrauen in die eigene Stärke.“ Eins sei noch wichtig, man könne gewinnen, solle aber auch mit Anstand verlieren können. Mit Dank an die Eltern und Lehrkräfte schloss er ab.

Georg Reuter, der Stadtverordnetenvorsteher, sprach in Vertretung für Bürgermeister Klaus Schindling. Er konnte sehr gut nachvollziehen, wie sich die jungen Menschen nun an ihrem letzten Schultag fühlen. Vor 48 Jahren hatte er selbst sein Zeugnis von der Heinrich-Böll-Schule erhalten. Er hatte auf Wunsch seiner Eltern in einer Hauptschulklasse begonnen, war dann in den Realschulzweig gewechselt und spürte an dem Tag der Übergabe des Abschlusszeugnisses Vorfreude, aber auch Ungewissheit. Er erinnerte die Schülerinnen und Schüler daran, dass der erste Schulabschluss keine Einbahnstraße sei, sondern alles möglich sei, auch eine akademische Ausbildung. „Glaubt an euch und nutzt eure Chancen“, ist der Rat an die Schulabgänger.

Georg Reuter nahm die Ehrungen für besondere Leistungen vor. Bei den Realschulklassen war Lena Huber aus der 10R2 die beste mit einem Schnitt von 1,1. Die Ehrung für besondere Leistungen wurde für die Hauptschüler gleich zweimal vorgenommen, denn beide Schülerinnen hatten einen Durchschnitt von 1,8. Geehrt wurden Chiara Geraci aus der 9H1 und Ghena Habboush aus der 9H3.

Worte von Schülern und Lehrern

In Vertretung der Schülerinnern und Schüler sprachen Patrick Jung (10R1) und Amelia Karroumi (9H1). Patrick Jung betonte, dass man viel erlebt habe und viele Freundschaften geschlossen wurden. Es gab natürlich auch stressige Zeiten, die habe man aber gut überwunden. Nach dem Dank an die Eltern und Lehrer wünschte er allen „Erfolg, Gesundheit und Glück“.

Amelia Karroumi sagte: „Wir hatten eine wunderbare Zeit.“ Auch nach Konflikten habe man immer wieder zusammengefunden. Sie erinnerte sich an den Beginn in den 5. Klassen und stellte fest, dass alle körperlich und geistig gewachsen seien. Ihr Wunsch für alle: „Eine steile Karriere und ein langes, gesundes Leben“.

Henrik Schuppan, Hauptschulzweigleitung, hatte zur Verdeutlichung seiner Worte eine Pflanze mitgebracht, von der er erzählte, dass sie schon seit mehr als 20 Jahren in seinem Büro stände. Er verglich die Schüler und Schülerinnen mit besonderen Gewächsen, die durch das Wasser (die Unterstützung) der Lehrerinnen und Lehrer herangewachsen seien, wobei auch der Dünger der Eltern wichtig gewesen sei. Es kam teilweise zum Blätter- oder Astverlust, oftmals seien an den Bruchstellen aber stärkere Äste nachgewachsen. Nun sei es Zeit, die Pflanzen umzutopfen, wobei ein festes Wurzelwerk zum Vorschein komme. „Die Welt ist ein Blumentopf und ihr könnt zukünftige Stürme gut aushalten“, gab er den Zuhörenden mit auf den Weg.

Franziska Schmidt (Oberstufenleitung) hatte die Leitung des „führerlosen“ Realschulzweigs übernommen, da bei dem jetzigen Jahrgang eine Zweigleitung fehlte. Sie freute sich über das gute Gelingen und wünschte alles Gute für die Zukunft.

Der Höhepunkt

Der wichtigste Akt der Abschlussfeier war, wie jedes Jahr, die Übergabe der Zeugnisse. Zur Einstimmung wurde für jede Klasse ein Video vorgeführt, das Erinnerungsmomente an das Schülerleben zeigte. Anschließend gingen die Klassen geschlossen auf die Bühne. Jede Schülerin und jeder Schüler wurde einzeln aufgerufen und bekam mit herzlichen Glückwünschen das Zeugnis überreicht. Für alle war dies ein berührender Moment.

Es folgte noch ein gemeinsames Lied von der Schulband und von der Chor AG und ein Schlusswort der beiden Moderatorinnen. Die Abschlussklassen der 10R hatten den Song „Die With A Smile“ einstudiert, den sie mit der Band performten. Danach dauerte es einen Moment, bis alle realisierten, dass die Feier nun zu Ende war. Man blieb noch im Foyer der Stadthalle zusammen, redete, freute sich und schoss zahlreiche Fotos. Besonders beliebt als Hintergrund war die goldene 2026, die an der Wand des Foyers angebracht worden war.

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