Der Ausländerbeirat der Stadt Hattersheim hatte am Sonntagnachmittag mehrere religiöse und spirituelle Gemeinschaften aus Hattersheim in den Alten Posthof eingeladen, um gemeinsam mit den Hattersheimern und Hattersheimerinnen um Frieden zu beten. Chris Savage begrüßte die Teilnehmer und Gäste. Bürgermeister Klaus Schindling sagte bei seiner Eröffnungsrede wie stolz er darauf sei, dass in Hattersheim so eine tolerante Gesellschaft lebe. Er habe einen tiefempfundenen Dank dafür, dass trotz Verschiedenheit der Menschen ein gemeinsames Wollen und eine große gegenseitige Akzeptanz zu spüren sei.
Es waren trotz schönem Wetter recht viele Menschen in den Innenhof des Alten Posthofs gekommen, unter ihnen der Stadtverordnetenvorsteher Georg Reuter und die Erste Stadträtin Heike Seibert. Die Betenden sprachen in alphabetischer Reihenfolge. Khalique Hameed von den Ahmadiyya Muslim Jamaat Hattersheim las einige Stellen aus dem Koran vor. Wahrer Frieden brauche Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Respekt, erläuterte er. So rufe der Koran dazu auf, selbst den Feinden gegenüber gerecht zu sein. Jedes Menschenleben sei heilig, auch das stehe im Koran. Es werde dazu aufgerufen, dass sich unterschiedliche Völker kennenlernen sollen und in den Dialog treten.
Die Alevitische Gemeinde Hattersheim hatte keinen Vertreter zum Gebet geschickt. Chris Savage erinnerte daran, dass Muzaffer Akkus, der schon oft bei dem Friedensgebet seine Gemeinde vertreten hatte, im letzten Jahr bei einem Unfall gestorben war. In einer Schweigeminute wurde an Muzaffer Akkus gedacht.
Hans-Jürgen Rojahn sprach für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Hattersheim (ACKH). Es gehe darum, Gottes Frieden auf Erden wachsen zu lassen und gegen Resignation couragiert einzutreten. Er betete für ein Ende des Ukrainekrieges, für Einsicht der kriegsführenden Staaten im Irankonflikt und vergaß auch nicht den Sudan. Für die ganze Weltgesellschaft erbat er ein friedliches Miteinander frei von Hass und Hetze.
Einen etwas anderen Ansatz stellten Edith Amann-Mehner und Heidi Emavwodua von der ECKANKAR Studiengruppe Rhein-Main vor. Durch das gemeinsame Singen des HU verbreiteten sie eine besondere Ruhe bei den Anwesenden. Das Mantra HU diene zur spirituellen Entfaltung und führe zu einem tieferen Verständnis der eigenen Person, erläuterten sie. Der innere Frieden erst ermögliche einen Weltfrieden.
Kamil Karasahin, Vorsitzender des Islamischen Vereins, betonte die Wichtigkeit des gegenseitigen Zuhörens, des respektvollen Umgangs und des Füreinanderdaseins. Überall, wo wir uns so begegnen, setzen wir Zeichen der Hoffnung auf Frieden.
Die ukrainische Gemeinschaft wurde durch mehrere Personen auf der Bühne vertreten. Olena Kanava berichtete, dass sie selbst seit vier Jahren in Hattersheim sei und dafür große Dankbarkeit empfinde. Sie und ihre Begleiter und Begleiterinnen wünschen sich Frieden für die ganze Welt und, da der Frieden in unseren Herzen beginnt, dass sich alle mit Liebe begegnen.
Im Anschluss an das Friedensgebet waren alle eingeladen, bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen, was problemlos gelang. Chris Savage hatte seine Gitarre mitgebracht und spielte das Lied "Universal Soldat" von Donovan mit Text von Bettina Wegner.


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