Mehr Raum für Betreuung und Unterricht

Erweiterungsbau für 21 Millionen Euro: Spatenstich an der Albert-Schweitzer-Schule in Hattersheim-Okriftel

mpk/pm

Strahlender Sonnenschein, zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie geladene Gäste, diverse Baufahrzeuge und ein Kinderchor: So präsentierte sich am Montagmorgen das Gelände an der Okrifteler Albert-Schweitzer-Schule. Der feierliche Anlass: Bis Ende 2028 soll dort ein Erweiterungsbau entstehen, der den Lehrkräften sowie natürlich den Schülerinnen und Schülern mehr Räume für Unterricht und Betreuung bieten soll. Und hierfür fand nun der symbolische und gleichermaßen obligatorische Spatenstich statt.

Landrat Michael Cyriax zufolge reagiert der Main-Taunus-Kreis damit auf stetig wachsende Schülerzahlen und den weiteren Ausbau des Ganztagsangebots an der Schule. Die Albert-Schweitzer-Schule soll in den kommenden Jahren auf bis zu 18 Klassen anwachsen. Hierfür bieten die derzeitigen Räumlichkeiten nicht ausreichend Platz, ebenso bezüglich der Essensversorgung.

Die Räumlichkeiten an der Albert-Schweitzer-Schule sollen künftig ergänzt werden durch einen zweigeschossigen Neubau mit Holzfassade. Nach der Erweiterung soll die Okrifteler Schule über vier zusätzliche Klassenräume, zwei Gruppenräume und sechs Betreuungsräume verfügen, außerdem über eine flexibel nutzbare Mensa sowie weitere Flächen für die Ganztagsangebote. Die vorhandenen Freianlagen sollen möglichst erhalten bleiben, der Bolzplatz soll erneuert werden, eine zusätzliche Freifläche für die Betreuung soll entstehen.

Der Neubau kombiniert Holzelemente mit anderen Baustoffen. Das Gebäude entsteht nach dem energiesparenden Passivhaus-Standard; zur Energieversorgung sind eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe vorgesehen.

Und das alles hat natürlich seinen Preis: Insgesamt 21 Millionen Euro investiert der Main-Taunus-Kreis in dieses Projekt.

Finanzminister Alexander Lorz hatte bereits im vergangenen Herbst die Darlehensförderung des Hessischen Investitionsfonds 2025 veröffentlicht und die Kommunen über die vorgesehenen Darlehen für die von ihnen eingereichten Projekte informiert. Eines der insgesamt 151 Projekte, die mit einer Gesamtsumme von 362 Millionen Euro unterstützt werden, ist die Erweiterung der Albert-Schweitzer-Schule. 19,5 Millionen Euro fließen aus dem Hessischen Investitionsfonds dorthin.

Beim Hessischen Investitionsfonds handelt es sich um ein Sondervermögen des Landes, das bereits 1970 zur verstärkten Förderung kommunaler Investitionen zugunsten der hessischen Städte, Gemeinden und Landkreise gebildet wurde. Über den Hessischen Investitionsfonds stellt das Land den hessischen Kommunen günstige Darlehen für Infrastrukturprojekte zur Verfügung. Dafür stehen in jedem Jahr drei Fördertöpfe mit unterschiedlichen Konditionen bereit, aus denen die Städte, Landkreise und Gemeinden Darlehen für einzelne Projekte beantragen können.

Die rund 362 Millionen Euro des Darlehensprogramms 2025 verteilen sich auf die hessischen Regionen wie folgt: Auf Südhessen (Regierungsbezirk Darmstadt) entfallen rund 284 Millionen Euro, auf Mittelhessen (Regierungsbezirk Gießen) rund 31 Millionen Euro und auf Nordhessen (Regierungsbezirk Kassel) rund 47 Millionen Euro. Unter den Landkreisen geht mit 45 Millionen Euro der größte Betrag an den Landkreis Bergstraße. Größte Nutznießerin unter den Städten und Gemeinden ist Hanau mit 40 Millionen Euro.

Der Main-Taunus-Kreis erhielt 2025 eine Förderung in einer Gesamthöhe von gut 27 Millionen Euro. Neben der Okriftler Albert-Schweitzer-Schule wird auch der Neubau einer zweigeschössigen Kindertagesstätte in Bad Soden gefördert.

"Wir sind die Kinder der Albert-Schweitzer-Schule..."

Fröhlich präsentierte der Schulchor der Albert-Schweitzer-Schule dem Publikum die schuleigene Hymne. Schulleiterin Maria Schellhaas wies darauf hin, dass diese eigentlich schier unzählige Strophen hätte, man sich an diesem Vormittag jedoch mit einer kleinen Auswahl davon begnügte. Die mitreißende und wohldosierte Kostprobe der singbegeisterten Schülerinnen und Schüler wurde mit großem Applaus angemessen quittiert. Und drei Kinder des Chores waren dazu eingeladen, beim Spatenstich auch aktiv mitzuschaufeln.

„Der Neubau zeigt, wie wir gute Bedingungen für das Lernen, eine ansprechende Gestaltung und einen Beitrag zum Klimaschutz unter ein Dach bringen“, erläutert Cyriax.

Der Landrat betonte auch, dass neben der notwendigen Reaktion auf das Bevölkerungswachstum auch die Ansprüche, die der Kreis an sich selbst stellt, eine maßgebliche Rolle spielen: Will man in Schulen eine gute Betreuung gewährleisten, dann müssen diese auch mit den notwendigen Räumlichkeiten hierfür ausgestattet werden. Es sei auch in Deutschland nicht selbstverständlich, dass bei einem wachsenden Betreuungsbedarf auch zeitnah neue Erweiterungsbauten in fester Bauweise zur Verfügung gestellt werden. Das hätte man sich im Main-Taunus-Kreis zur Aufgabe, zum eigenen Standard gemacht, so Cyriax.

Der Schuldezernent, Kreisbeigeordneter Axel Fink, hebt hervor, damit erfülle der Kreis auch die gesetzliche Maßgabe des Landes, nach der künftig jedem Grundschulkind ein Betreuungsplatz angeboten werden soll: „Mit dem Neubau geben wir jedem Kind in Hattersheim und Okriftel die Chance, in modernen, zukunftsfähigen Räumen zu lernen und sich zu entwickeln.“

Bürgermeister Klaus Schindling war ebenfalls beim Spatenstich dabei: „Ich bin dem Kreis dankbar für die Erweiterung der Schule. Mit dem Neubau wird die kindliche Bildung im Grundschulbereich unserer Ortsteile weiter verbessert und die Ganztagsbetreuung für alle Schülerinnen und Schüler ausgebaut.“

Wenn die Erweiterung fertig ist, können die derzeit aufgestellten Container abgebaut werden. Bis Ende 2028 soll es soweit sein.

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Sicherheitsprüfung
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.


X