„Wir haben es geschafft“, freute sich Holger Schmidt in der Weyen, Vorsitzender der ausrichtenden ‘Scuderia Lufthansa classico’, „am Sonntagnachmittag wurde die 2000er Marke geknackt.“
Doch nicht nur in Sachen Quantität setzten die diesjährigen Klassikertage Maßstäbe. Die zigtausend Besucher aus Nah und Fern kamen aus dem Staunen nicht heraus, an buchstäblich jeder Straßenecke gab es Klassiker des Automobilbaus zu bewundern.
‘Ostalgie’ lautete das Motto der Sonderausstellung, die seit vielen Jahren fester Bestandteil der Klassikertage ist. Im Posthof konnte man sie in Augenschein nehmen, die Trabbis und Wartburgs, die Tatras und Skodas … Zwei Jahrzehnte, nachdem die Mauer fiel, und im 125. Jubiläumsjahr des Automobilbaus, zeigt die Sonderausstellung eine Retrospektive mit den Ablegern im Zweiradbau und den leichten Nutzfahrzeugen. Und brachte nachdrücklich und beeindruckend in Erinnerung, dass der Osten Deutschlands Wiege von Automobilherstellern wie BMW und Audi war.
Ob aufgemotzte Hot Rods auf meterbreiten Schlappen, chromblinkende Hubraummonster aus amerikanischer Produktion, Supersportwagen mit reichlich fauchenden Pferdestärken unter der Haube, liebevoll restaurierte Klassiker mit 50, 60 oder mehr Jahren auf dem Buckel, deren Alter nur der Eintrag im Fahrzeugschein, nicht aber der Anblick verrät …
Es gab sie alle zu sehen bei den 23. Klassikertagen. Kein Fleckchen auf der Weiherwiese, das nicht zum Parkplatz umfunktioniert wurde, ja selbst den ‘Uferweg’, rund ums künstliche Gewässer, zierten Klassiker der Automobilgeschichte.
Was die Klassikertage so einzigartig macht: Es handelt sich nicht um eine statische Ausstellung. Immer wieder fahren neue Fahrzeuge an, andere ab. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken.
Wenn es überhaupt etwas gibt, das Wehmut aufkommen lässt, dann ist es vielleicht die Tatsache, dass der ein oder andere Traum in Blech wohl immer nur ein Traum bleiben wird. Oder auch, dass so manches Großserienauto der eigenen Jugendzeit mittlerweile als junger Klassiker gehandelt wird.
Tja, mag sich da manch einer denken, so alt ist man also mittlerweile geworden. Und blickt neidisch auf die makellosen und gänzlich ‘faltenfreien’ Karosserien, an denen die Zeit scheinbar spurlos vorbeigegangen ist.
Zeitlos schöne Göttinnen …
Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch von dieser Spezies gab es am Wochenende reichlich zu bestaunen. Auf der Wiese am Weiher gaben sich gleich mehrere Citroen DS ein Stelldichein, blinkten verführerisch im strahlenden Sonnenschein und blinzelten dem verzückten Betrachter mit Dachblinker zu.


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