Mit großem Unverständnis nehme ich zur Kenntnis, dass der Circus Barus derzeit auf dem Festplatz Jahnallee in Okriftel gastieren darf. Schon die grundsätzliche Haltung und Vorführung von (Wild-)Tieren im Zirkus ist aus meiner Sicht längst nicht mehr zeitgemäß. Zahlreiche Menschen empfinden es als nicht vertretbar, Tiere dauerhaft für Unterhaltungszwecke zu transportieren, in engen Gehegen zu halten und für Vorführungen einzusetzen.
Besonders befremdlich ist jedoch, dass Circus Barus Berberaffen mitführt – offenbar als einziger Zirkus in Deutschland. Gerade Primaten gehören zu den intelligentesten und sozial komplexesten Tieren überhaupt. Dass solche Tiere heute noch im reisenden Zirkusbetrieb gehalten werden, wirkt wie ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit und steht in krassem Widerspruch zu dem gesellschaftlichen Anspruch an modernen Tierschutz.
Die Frage drängt sich auf: Warum wird einem Zirkus, der unter solchen Voraussetzungen arbeitet, überhaupt eine kommunale Fläche für sein Gastspiel zur Verfügung gestellt? Viele Städte und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren klare Zeichen gesetzt und Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren kritisch bewertet oder eingeschränkt. Es ist daher kaum nachvollziehbar, warum dies offenbar keine Rolle spielt, wenn Circus Barus in Okriftel Station macht.
Ein moderner Zirkus kann Menschen mit Akrobatik, Artistik, Clownerie und kreativen Darbietungen begeistern – ganz ohne Tiere. Zahlreiche erfolgreiche Zirkusbetriebe beweisen dies seit Jahren. Statt an überholten Konzepten festzuhalten, sollte die Zukunft des Zirkus tierfrei gestaltet werden.
Ich wünsche mir daher eine öffentliche Diskussion darüber, nach welchen Kriterien Gastspiele auf kommunalen Flächen genehmigt werden und ob die Haltung von Wildtieren – insbesondere von Primaten – in einem reisenden Zirkusbetrieb heute noch akzeptiert werden kann.
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