Brennt es in einem geschlossenen Raum, sammelt sich der Brandrauch und wird immer heißer. Ist die Temperatur auf über 300 Grad gestiegen, fehlt nur noch Sauerstoff zum Brennen. Öffnen nun zum Löschen vorgehende Feuerwehrleute die Tür, kommt es zum Sauerstoffzutritt und in der Folge zur Durchzündung des Brandrauches. In Sekundenschnelle steht der gesamte Raum in Flammen. Nicht nur die Einrichtung, sondern auch die „Luft“ brennen. Diese Situation ist zwar nicht alltäglich, wenn sie aber auftritt, besteht für die Einsatzkräfte trotz bester Schutzkleidung akute Lebensgefahr.
Wie bei allen Gefahren gilt auch hier: Prävention ist der beste Schutz. Daher veranstalteten die Feuerwehren der Stadt Hochheim ein eintägiges Seminar zu dem Thema Rauchgasdurchzündung. Drei externe Ausbilder vermittelten den zwölf Feuerwehrleuten aus Hochheim und Massenheim nicht nur theoretisches Wissen. Wichtigster Teil war das praktische Training in einem „Flash Over Container“.
Hier ist es möglich, den Brandrauch eines Holzfeuers unter kontrollierten Bedingungen immer wieder zur Durchzündung zu bringen. Dadurch ist es möglich, dass alle Teilnehmer das richtige Verhalten im Fall der Fälle einüben. Außerdem lässt sich so das theoretische Wissen praktisch erfahren. Man lernt, wie sich die rund 300°C unter der Brandschutzkleidung anfühlen, wo die Schwachstellen der Schutzkleidung sind und dass allein diese Bedingungen (auch ohne anstrengende Arbeit) den Körper an seine Leistungsgrenze bringen.
Zum Schluss wurde dann noch demonstriert, dass auch bei der Brandbekämpfung das Motto „Viel hilft viel“ nicht immer gilt. Wird in einem so aufgeheizten Raum einfach nur viel Wasser verspritzt, entstehen schlagartig große Mengen heißen Wasserdampfs, der die Hitzschutzkleidung der Einsatzkräfte durchschlägt und sie so ihrer Schutzfunktion beraubt.
Fazit aller Teilnehmer: sehr heiß, sehr lehrreich, sehr interessant, aber hoffentlich erleben wir es außerhalb der Ausbildung nie!
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