Wie im Vorfeld angekündigt, gab es am vergangenen Sonntagnachmittag im Rat- und Bürgerhaus - oder besser: im Gasthaus "Zur kleinen Kneipe" - ordentlich etwas "für" die Ohren. So hatte es das flott gestaltete Plakat, das in den letzten Wochen vielerorts in Kriftel zu sehen war, beschrieben - und dieses Versprechen wurde von den Mitgliedern des Männerchors des Krifteler Gesangvereins Liederkranz mehr als eingelöst, zur großen Freude aller Krifteler Musikinteressierten in der bestens gefüllten "Kleinen Kneipe".
„Herzlich willkommen AllerSeitz!“
Jener Männerchor unter der Leitung von Sebastian W. Wagner hatte eingeladen zur "Amtlichen Chorprobe", und damit Ambiente und Stimmung zum auserkorenen Thema des Konzerts passten, öffnete die "Kleine Kneipe" unter dem Motto „Herzlich willkommen AllerSeitz!“ bereits 75 Minuten vor Veranstaltungsbeginn, damit sich die zahlreichen Gäste frühzeitig auf die künstlerische Darbietung vorbereiten konnten. Und von diesem Angebot machten auch weite Teile des Publikums nur zu gerne Gebrauch.
Kneipenflair schon vor der Musik
Und wie es sich für eine waschechte Kneipe gehört, gab es neben Wasser und Cola natürlich auch Bier und Wein an der Theke, während man sich dazu an Bock- oder Rindswurst sowie Brezeln mit Spundekäs satt essen konnte. Einige Mitglieder des Frauenchores "ChoryFeen" kümmerten sich hierbei um die Verpflegung der Gäste und die Kasse am Eingang.
So entwickelte sich an den Tischen im Rat- und Bürgerhaus ein gewisses Kneipenflair. Ein gemütlicher und geselliger Nachmittag nahm seinen Anfang, den viele Besucherinnen und Besucher auch schon sichtlich genossen bevor überhaupt die ersten Noten gesungen wurden. Viele angeregte Gespräche nahmen so ihren Lauf, und man freute sich gemeinsam auf das besondere Musikereignis, das gleich folgen sollte.
Ein ungeduldiger Rathauschef
Um Punkt 17 Uhr sprang plötzlich Bürgermeister Christian Seitz von seinem Platz im Publikum auf und spielte den ungeduldigen Gast, der sich fragt, wann es denn nun endlich los gehe. Klaus Irmer, der die Moderation der "Amtlichen Chorprobe" übernahm, bedankte sich augenzwinkernd für diese geradezu rührende "Eröffnungsrede" und hieß das Publikum im Rat- und Bürgerhaus herzlich willkommen. Seine Fragen, ob es denn allen gut gehe und jeder etwas zu Trinken habe, wurden laut im Chor bejaht - also konnte die große musikalische Reise durch die Gastronomie Europas beginnen.
Vom Glauben an die Macht der Musik
Und so begann ein knapp zweistündiger Reigen durch das vielseitige und launige Repertoire der Männer des Liederkranzes.
Los ging es mit "Musik erfüllt die Welt", was nach Ansicht von Klaus Irmer auch durchaus als Titel für den Chormusiknachmittag getaugt hätte. Das englische Volkslied mit deutschem Text spiegele den Glauben an die Macht der Musik wider, und er könne sich nichts schöneres vorstellen, als dieses Lied zu Beginn eines Konzerts vorzutragen.
Fotografien und Filmaufnahmen durch das Publikum waren übrigens vom Männerchor ausdrücklich erwünscht - sofern diese umgehend in den sozialen Netzwerken von Facebook und Instagram geteilt würden.
"Wir sind die alten Säcke"
Frei nach dem Motto "Etwas Selbstironie hat noch niemandem geschadet" ging es weiter mit der nicht ganz ernst zu nehmenden Humoresque "Wir sind die alten Säcke" - Ähnlichkeiten mit anwesenden Personen waren dabei natürlich rein zufällig und keineswegs beabsichtigt. "So mancher von uns hat schon Falten, an Haaren fehlt es leider auch, allmählich wird die Stimme brüchig, doch dafür wächst jetzt unser Bauch", heißt es dort. Voller Inbrunst sangen die Herren des Männerchors diese Zeilen und bewiesen damit, dass sie sich selbst nicht allzu ernst nehmen. Ein sympathisches Zeichen, was sehr zum Amusement des Publikums beitrug.
Eine Ode an das Bier
Ein weiteres Lied des Nachmittags handelte von einem der Lieblingsthemen der Chormitglieder: Vom Genuss! „O du edler Gerstensaft, du aller Welt Vergnügen“, zitierte Klaus Irmer und gab zu Protokoll, dass das Lied "Ein Bier, das macht den Durst erst schön" am besten mit einem Glas frischer Hopfenkaltschale in der Hand gesungen wird. Und wenn ein Refrain zu einem Chorkonzert in einer "kleinen Kneipen" am besten passt, dann wohl dieser hier: "Wir trinken mit Freuden ein Bier, und stehen vereint an der Theke. Wir genießen das schäumende Nass, das der Wirt uns zapft aus dem Fass."
Das Publikum zeigte sich begeistert von der Vielfalt der dargebrachten Musikschmankerl. Andächtig lauschte man der Sangeskunst, mit weiteren bekannten und beliebten Oldies unter anderem von Udo Jürgens und Reinhard Mey, und amüsierte sich über die oft humorvollen Textpassagen und amüsanten Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stücken.
Und immer wieder landete man in der Kneipe...
So auch beispielsweise noch beim holländischen Lied "’t Kleine café aan de haven" von Pierre Kartner - besser bekannt als "Vader Abraham", der im deutschsprachigen Raum 1977 durch das "Lied der Schlümpfe" bekannt wurde. Und der besagte Hit vom "kleinen Café am Hafen" wurde in Deutschland durch die Coverversion von Peter Alexander unter dem Titel "Die kleine Kneipe" berühmt - einmal mehr schloss sich damit der Kreis zum Motto dieses mitreißenden Nachmittags hochwertiger Chormusik, der den begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.




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