Erdbebenübung am Krifteler Wäldchen

Training der deutschen Emergency Medical Teams - erhöhtes Einsatzaufkommen bis Sonntag

Foto: mpk
Aufbauarbeiten am Mittwoch: Am Krifteler Wäldchen findet bis Sonntag ein großes Manöver der Emergency Medical Teams statt.
Aufbauarbeiten am Mittwoch: Am Krifteler Wäldchen findet bis Sonntag ein großes Manöver der Emergency Medical Teams statt.

mpk/pm

Eine Zeltambulanz, die in kürzester Zeit steht, Trinkwasser, das im Krisengebiet aus verschmutzten Quellen aufbereitet wird, eine Anlaufstelle, die Cholera-Patienten rehydriert, und dazwischen Teams aus Ärzten, Pflegekräften, Technikern und Logistikern, die alles koordinieren: Das ist die Arbeit der Emergency Medical Teams (EMT).

Bei der "Joint German EMT Exercise 2026" üben die deutschen EMTs genau diese Einsätze, daher kommt es seit Mittwoch noch bis Sonntag im Baugebiet "Krifteler Wäldchen" zu einem erhöhten Aufkommen von Einsatzkräften und Teilnehmenden der deutschen Emergency Medical Teams.

Wer übt?

An der mehrtägigen Übung sind die Organisationen ASB, CADUS, humedica, ISAR Germany und die Johanniter beteiligt.

Zudem nehmen der Österreichische Samariterbund, Apotheker ohne Grenzen und das Robert Koch-Institut (RKI) als nationaler EMT Focal Point teil. Für ein realistisches Übungsszenario nehmen über 50 Mimen teil und tragen somit zu einem wichtigen Übungserfolg teil.

Was ist ein EMT?

Wenn medizinische Hilfe unter extremen Bedingungen schnell und koordiniert geleistet werden muss, kommen spezialisierte Emergency Medical Teams (EMT) zum Einsatz. Ein EMT ist eine international über die WHO sowie über das europäische Katastrophenschutzverfahren einsetzbare Ressource, die auch in Deutschland angefordert und eingesetzt werden kann. Wie diese internationalen Einheiten zusammen-arbeiten und welche Strukturen dahinterstehen, zeigt die gemeinsame Übung der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zertifizierten deutschen EMTs im hessischen Kriftel.

Hessen ist für den Ernstfall gut vorbereitet

Passend dazu rief anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung Heimatschutzminister Roman Poseck die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich gezielt auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Die Vereinten Nationen haben den Tag im Jahr 2009 ausgerufen, um weltweit darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig Vorsorge auf allen Ebenen ist. Gut fünf Wochen nach der hessischen Resilienzwoche knüpft das Innenministerium damit an seine Informationsoffensive zur Krisenvorsorge an.

Heimatschutzminister Roman Poseck betonte: „Starkregen, Hitze und Waldbrände, Stromausfälle, Cyberangriffe und Sabotage an unserer Infrastruktur. Die Liste möglicher Krisen ist in den vergangenen Jahren länger geworden und die Sicherheitslage hat sich spürbar verändert.

Wer zu Hause einen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln für zehn Tage, eine gut sortierte Hausapotheke, ein batteriebetriebenes Radio und einen gepackten Notfallbeutel hat, bleibt im Ernstfall handlungsfähig. Er kann sich und seine Familie versorgen und entlastet zugleich die Einsatzkräfte, die sich dann um die Menschen kümmern können, die sich nicht selbst helfen können."

KOMPASS Resilienz stärkt die Kommunen

Mit dem Landesprogramm KOMPASS Resilienz unterstützt das Land seit März 2026 Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, ihre Widerstandsfähigkeit systematisch zu stärken. Das Programm richtet sich besonders an kleine und mittlere Kommunen und baut auf den bestehenden Aufgaben der Katastrophenvorsorge auf. Die Kommunen erhalten einen Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen, eine Checkliste und werden in einem hessenweiten Resilienz-Netzwerk zusammengebracht. Die Maßnahmen reichen von der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung über Stabsübungen bis zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes vor Ort. Teilnehmende Kommunen benennen eine Resilienzbeauftragte oder einen Resilienzbeauftragten. Wer geeignete Maßnahmen in allen Handlungsfeldern umgesetzt hat, wird mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet. Aktuell nehmen 29 Städte, Gemeinden und Landkreise an KOMPASS Resilienz teil.

Auch bei der Warnung der Bevölkerung ist Hessen gut aufgestellt. Nach aktuellem Stand des Warnmittelkatasters sind landesweit über 4.000 Sirenen aktiv. Ergänzend warnen Apps wie NINA direkt auf dem Smartphone.

So gelingt die Eigenvorsorge

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt unter anderem:

  • einen Trinkwasservorrat von zwei Litern pro Person und Tag, also rund 20 Litern für zehn Tage,
  • haltbare Lebensmittel, die auch ohne Strom zubereitet werden können,
  • eine Hausapotheke mit den persönlich benötigten Medikamenten,
  • Taschenlampe, batteriebetriebenes oder Kurbelradio, Ersatzbatterien und eine geladene Powerbank,
  • einen gepackten Notfallbeutel mit Kopien wichtiger Dokumente sowie
  • installierte Warn-Apps auf dem Smartphone.

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