Als den wohl bekanntesten „Unbekannten“ Maler des späten 19. Jahrhunderts stellt das Städel den Maler Carl Schuch (1846 – 1903) in der ihm gewidmeten Ausstellung „Carl Schuch und Frankreich“ vor.
25 Interessierte ließen sich bei einem Museumsbesuch mit dem Kulturforum Kriftel im Rahmen einer Führung diese Person näherbringen. Im Zentrum der Ausstellung steht Carl Schuchs Zeit in Paris von 1882 bis 1894. Schuch wurde 1846 in Wien als Sohn einer vermögenden Gastwirtsfamilie geboren. Er verkaufte zu Lebzeiten wohl nur ein Bild.
Carl Schuch ließ sich von heute weltberühmten französischen Künstlern wie Claude Monet,
Edouart Manet, Gustave Courbet und Paul Cézanne inspirieren. Immer wieder wird in der Ausstellung eines seiner Bilder einem Bild dieser Künstler gegenübergestellt. So z.B. Vase mit Pfingstrosen, 1882, von Claude Monet den Pfingstrosen, Silber- und Glasbecher, um 1886-1894, von Carl Schuch. Oder Carl Schuchs Spargelbund, Glas und Tonkaserlle, um 1886-1894, mit Edouard Manets Spargelbündel von 1880.
In einer sehr informativen Führung wurde aber auch Schuchs Zeit in Venedig von 1876 bis 1882 beleuchtet. In sein Notizbuch notierte Carl Schuch 1881 / 82: „Venedig hat mich sehr krank gemacht: Paris ist der klimatische Curort des Geistes.“ In den Sommermonaten zog es ihn fort von Venedig: Er bereist das österreichische Pustertal und mit besonderer Vorliebe Brandenburg. In den Sommern 1878, 1880 und 1881 ist er in der Mark Brandenburg unterwegs. Schuch ist darauf bedacht, die natürliche Umgebung, die er als Motiv für seine Bilder wählt, intensiv zu erfahren. Daher malte er häufig „en plein air“ – unter freiem Himmel, mitten in der Natur (so in der kleinen Städel Broschüre zur Einführung in die Ausstellung). Manche der hier entstandenen Landschaftsbilder zeigen die Orientierung an seinen französischen Vorbildern.
Ein breites Feld in der Malerei von Carl Schuch nehmen die Stillleben ein. In Paris trainiert Schuch diese immer wieder neu aus. Dieses zeigt er besonders an seinen drei Apfel-Stillleben. In der Folge der Apfelbilder verändert er die Farbgestaltung und die Anordnung der Gegenstände. Die gleiche Szene erscheint immer neu und immer ein wenig anders.
Die einstündige Führung hat bei vielen Teilnehmern den Wunsch geweckt, noch einmal in Ruhe diese fantastische Ausstellung, die noch bis zum 1. Februar läuft, zu besuchen.
Wenn Sie auch einmal an einem Museumsbuch mit dem Kulturforum Kriftel teilnehmen möchten, schauen Sie auf https://kulturforum-kriftel.de/, oder schreiben Sie eine E-Mail an museum[at]kulturforum-kriftel[dot]de, dann werden sie in den Verteiler aufgenommen. Museumsbesuche werden auch freitags in dieser Zeitung angekündigt.

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