Am Nikolausabend war die Krifteler Gemeindebücherei gut gefüllt: Zu Gast war der Hamburger Autor Daniel Bielenstein, der gemeinsam mit dem Saxophonisten Thomas Nintemann seine Leserinnen und Leser auf eine Reise zwischen Krimi, Japan-Erinnerungen und feinem Humor mitnahm. Vorgestellt wurde Bielensteins neuer Krimi „Inspektor Takeda und der tödliche Ruhm“.
Von der ersten Minute an las Bielenstein sehr lebendig – mal spannungsvoll, mal augenzwinkernd –, und wechselte immer wieder mühelos zwischen seinem Text und persönlichen Anekdoten. „So entstand keine ‚Frontbeschallung‘, sondern ein sehr nahes, persönliches Gespräch mit dem Publikum“, berichtet Organisatorin Hanna Dunkel vom Krifteler Kulturforum. Zwischendurch erzählte er Hintergründe zur Entstehung seiner Figuren, zum Schauplatz Japan und zu seinem eigenen Werdegang.
Natürlich spielte auch sein bekanntes Pseudonym Henrik Siebold eine Rolle, unter dem er die Takeda-Krimis veröffentlicht. Bielenstein erklärte, dass der historische Namensgeber Philipp Franz von Siebold im 19. Jahrhundert als einer der ersten deutschen Japan-Forscher galt, zu einer Zeit, als Japan dem Westen noch nahezu verschlossen war. Diese Verbindung zur japanischen Geschichte war eines von mehreren spannenden Details des Abends – eingebettet in viele weitere Geschichten rund um seine Bücher.
Warmer Tenorsaxophon-Sound
Unter dem Namen Jakob M. Leonhard schreibt Bielenstein zudem Kinderbücher, Liebesromane veröffentlicht er unter seinem eigenen Namen. Die Grenzen zwischen den Genres sieht er dabei eher spielerisch: „Ich finde die Frage, ob zwei sich kriegen, mindestens so spannend wie die Frage, wer der Täter ist“, sagte er mit einem Lächeln. In seinem neuen Erstlesebuch „Die Tokio-Detektive“, illustriert im Manga-Stil, verarbeitet er Erfahrungen aus seiner eigenen Jugend in Japan.
Musikalisch begleitet wurde die Lesung vom Jazz-Saxophonisten Thomas Nintemann, bekennender Coltrane-Fan, der mit seinem warmen Tenorsaxophon-Sound wunderbar die Stimmung der Texte aufnahm und den Abend klanglich abrundete. In der Pause nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit dem Autor – und natürlich zum Signierenlassen der Bücher, die Bielenstein auf Wunsch sogar mit japanischen Schriftzeichen verzierte. Die von Kirsten Roubal, der Inhaberin der Krifteler Buchhandlung, bestellten Exemplare, fanden sämtlich glückliche Abnehmer!
Am Ende trug sich der Autor ins Gästebuch ein: „Es war eine wunderbare Lesung in Kriftel!“ – ein Eindruck, den viele Besucherinnen und Besucher an diesem Abend vorbehaltlos teilten.
9. Januar: Tim Frühling liest aus „Hessentagtod“
Die nächste Lesebühne findet am 9. Januar 2026 um 20 Uhr im Foyer des Rat- und Bürgerhauses (!) statt. Zu Gast ist dann der Hörfunk- und Fernsehmoderator Tim Frühling, der nicht über das Wetter sprechen, sondern aus dem ersten Krimi seiner Reihe „Hessentagtod“ lesen wird. Musikalisch begleitet wird der Abend von Matthias Rüdiger aus Hofheim, der das Publikum bereits bei einem früheren Auftritt mit seinem Saxophonspiel begeistert hat.
Weitere Infos und Anmeldung bei Hanna Dunkel, Telefon 06192/43758, E-Mail an hanna[at]dunkel[dot]de. Wer auch künftig keine Veranstaltung der Lesebühne verpassen möchte, kann sich unter https://z4.de/lesebuehne in den E-Mail-Verteiler eintragen und bekommt alle Termine bequem zugesendet.



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