Die Sofafastnacht war grandios!

Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer schauten sich die große Livestream-Show des KKK auf YouTube an

Sitzungspräsidentin Heike Wölfel führte routiniert und gut gelaunt durch den närrischen Abend.

Sehr schnell wurde am Samstagabend überdeutlich, dass es sich bei der ersten Sofafastnacht des Krifteler Karneval Klub e.V. (KKK) nicht nur um einen bloßen Lückenfüller handeln würde, nachdem die üblichen Sitzungen der vermaledeiten Pandemie zum Opfer gefallen waren. Unter dem Motto "Ob Glamour oder Jogginghos', die Sofafastnacht wird grandios!" hatte der KKK ein etwas einstündiges Programm zusammengestellt, dem in jeder Sekunde die Leidenschaft und das Herzblut aller närrischen Protagonistinnen und Protagonisten anzumerken war.

Pünktlich um 20.11 Uhr begrüßte Sitzungspräsidentin Heike Wölfel das Publikum via Livestream auf dem Online-Videoportal YouTube. Über 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Übertragung live, bis Mittwochnachmittag lag die Klickzahl bereits bei über 11.000 (der Stream ist auf dem YouTube-Kanal des KKK nach wie vor verfügbar, ebenso wie ein Zusammenschnitt in HD, der bislang auch noch einmal etwa 1.700 Leute zusätzlich anlockte). Damit erreichte der KKK ein noch größeres Publikum als bei seinen üblichen chronisch ausverkauften Veranstaltungen in der Schwarzbachhalle.

Den musikalischen Startschuss zum närrischen Programmreigen gab das Brass & Drum Corps Kriftel mit "Circle of Life" aus dem Musical "Der König der Löwen". Und dabei wurde direkt deutlich, wie eine vielköpfige Gruppe für eine solche Sofafastnacht coronakonform zusammenwirken kann: Jeder spielte seinen Part alleine vor einer Kamera ein - egal ob im Wohnzimmer, im Homeoffice oder im Garten - und am Ende wurde alles zu einer wohlklingenden Collage synchron zusammengeschnitten. Die Musikerinnen und Musiker waren dabei teils verkleidet, und ein kleiner Plüschlöwe durfte auch nicht fehlen.

Mit Karamba und Karacho schmetterten die Bossköpp mit ihrer "Pink Lady“ ihren Beitrag zur Online-Fassenacht: "Die Pandemie treibt Digitalisierung stark voran. Bisher fast verschlafen kommt sie in Schulen an" - nur nicht in Hofheim, da stellt nach Ansicht der Bossköpp das Wählscheibentelefon noch immer die größte Innovation dar.

Tanzspaß abseits der Bühne

Die Kleinsten von der Kindergarde waren zunächst traurig, dass sie in diesem Jahr nicht auf der Bühne glänzen können. Doch egal: "Auch im Wohnzimmer tanzt es sich genial", stellte Heike Wölfel fest und überließ den jungen Tänzerinnen die nächsten Minuten im Sitzungsprogramm. Und diese "Sendezeit" hatten sie sich mit ihrer tollen Performance auch redlich verdient.

Frau Staub und Frau Wedel machten sich auf zu einer Stippvisite beim Bürgermeister im Rat- und Bürgerhaus - und selbiger sorgte direkt für helle Aufregung: Regungslos quer über dem Schreibtisch zusammengebrochen fanden ihn die beiden in seinem Büro vor. Mit einem ausgeklappten Zollstock rüttelte man unter Einhaltung der Abstandsregeln an seiner Schulter, um zu prüfen, ob er sich noch aufwecken lässt. Und das tat er zum Glück, zur großen Erleichterung der beiden Reinigungskräfte: "Da hab' ich doch glatt den Feierabend verschlafen", erklärte sich der Rathauschef - und das zum Schichtbeginn der Putzfrauen um 14 Uhr.

Später traf man Frau Staub und Frau Wedel noch einmal in der Rathausküche, wo sie gerade über echte Kopfnüsse des Alltags sinnierten: "Guck an: Spülmaschinenfest!" - "Ei super, wann soll denn das stattfinden?" Bemerkenswert hierbei auch die technische Raffinesse: Für die kurze Szene kamen mehrere Kameras zum Einsatz, eine davon sogar aus der Spülmaschine heraus.

Der Krifteler 3stigkeit gelang ein lange Zeit undenkbares Kunststück: Man brachte das Wort "Pandemie" im Refrain eines Fastnachtslieds unter - in einem umgetexteten Cover von "Country Roads", um genau zu sein.

Was man mit Klopapier alles machen kann stellten die Chicas unter Beweis: Dank cleverer Schnitttechnik gaben sich die Tänzerinnen mit der wertvollen Rolle quasi den "Staffelstab" weiter, wodurch sich die einzelnen Tanzeinlagen zu einer schönen gemeinsamen Choreographie zusammenfügten.

Mitmachen war angesagt

Immer wieder wurde das Publikum vor den Bildschirmen auch zur Interaktion ermutigt. Teils durch die ausdrückliche Aufforderung der Sitzungspräsidentin, teils im parallel auf YouTube laufenden Livechat, an dem man auch leicht ablesen konnte, wie begeistert die Sofafastnacht von allen aufgenommen wurde. Jedenfalls sollte zu "Rot sind die Rosen" unbedingt gemeinsam geschunkelt werden.

Markus & Klaus machten singend im Treppenhaus das beste aus der aktuellen Lage - sowohl für sich, als auch für das Publikum. "Aber jetzt sind wir doch mal ehrlich: Der Virus ist gefährlich, bleibt lieber zu Haus!" - doch diese kluge Einsicht bedeutet noch lange nicht, dass man dabei keinen Spaß haben darf, denn "in Kriftel spielt die Musik - sie ist der Schlüssel zum Glück!"

Nachdenklicher wurde es beim Chor der "Allstars", bestehend aus Sängerinnen und Sängern verschiedener Gruppen des Vereins. In ihrem Videoclip, anfangs in schwarz-weiß gehalten, bedauerten sie die vielen geplatzten Träume, die die Absage der Sitzungen in diesem Jahr mit sich brachte: "Unser goldisch' Kriftler Fassenacht ist abgesagt - wir taten's mit Bedacht." Doch hoffnungsvoll kündigten sie auch ihre Rückkehr auf die Bühne für die Zeit nach der Pandemie an, wenn wieder die notwendige Sicherheit gewährleistet sein wird. Bis dahin ist man sich auch auf Distanz so gut es geht nahe - und genau das wurde mit der Sofafastnacht eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Denn diese hätte man in dieser tollen Form nie auf die Beine stellen können, wenn es den Karnevalistinnen und Karnevalisten nicht ein aufrichtiges Anliegen wäre, ihr Publikum auch ohne die üblichen Sitzungen bestmöglich zu unterhalten.

Seitz in der Sofa-Bütt

Bürgermeister Christian Seitz hatte einen weiteren Auftritt, diesmal kostümiert und reimend im eigenen Wohnzimmer. "Fassenacht ist doch ein Fest - und jetzt habbe mer die Pest!", stimmte auch er ins närrische Corona-Wehklagen ein. "Wo ich sonst fröhlich Lieder sing' heißt's jetzt nur: Social Distancing!" Doch auch er machte letztendlich das Beste aus der unschönen Situation und empfahl allen Zuschauerinnen und Zuschauern: "Lasst Euch auf Eurem Sofa nieder und singt mit uns fröhlich Fastnachtslieder!"

Die fünf Mädels von Lichtschutzfaktor 5 traten zu "Don't Stop Me Now" von Queen in unzähligen Kostümen und an den verblüffendsten Orten auf und lebten so vor, wie man seine Lust an Narretei und Frohsinn ungebremst ausleben kann.

Die 6 lustigen 5 parodierten das Fernsehprogramm, durch das ein vermeintlicher Bürgermeister von der Tagesschau über Fitnessformate bis hin zu "Wer wird Millionär?" zappte, und der diesjährige Klubtanz zu "Head & Heart (feat. MNEK)" von Joel Corry war natürlich auch als Einladung zum Mitmachen zu Hause zu verstehen.

Die Pizzabäcker fragten schließlich noch in bester Fastnachts-Ohrwurm-Manier: "Wer hat Bock auf Pizza?“, und dann beendete im großen Finale die Hymne des KKK den bunten Reigen: "Bin ein Krifteler" zur Melodie von "Englishman in New York" von Sting. Und wer dann immer noch nicht genug von der Fastnacht hatte (und das galt zweifellos für die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer), der konnte den Livestream einfach laufen lassen: Über eine Stunde lang wurde dort noch zusätzlich stimmungsvolle Musik ausgestrahlt.

KKK-Spendenaktion

Dem KKK ist es ein Anliegen, für wohltätige Zwecke zu spenden. Deshalb startete der Verein eine Spendenaktion und bittet um eine kleine Gabe, wenn einem die Sofafastnacht gut gefallen hat. Weitere Infos hierzu auf der Vereinshomepage www.krifteler-karnevalklub.de.

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