Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das es auch Laien ermöglicht, unproblematisch Soforthilfe zu leisten, wenn jemand einen Herzstillstand erleidet. „Für das Gerät, das bisher im Rathaus hing, haben wir nun einen öffentlich zugänglichen Aufbewahrungsort gefunden, so dass es auch zu den Schließzeiten des Rathauses von jedermann genutzt werden kann, wenn es benötigt werden sollte“, teilt Bürgermeister Christian Seitz mit. Das hatte die Gemeindevertretung auf Antrag der CDU-Fraktion beschlossen. Der neue Standort ist neben dem Vordereingang des Dienstgebäudes in der Frankfurter Straße 39 (Bauamt). Dort hängt er in einer wetterfesten grünen Box.
Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das einen kontrollierten elektrischen Stromstoß abgibt, um das Herz bei gefährlichen Rhythmusstörungen wie Kammerflimmern wieder in einen normalen Takt zu bringen und so den plötzlichen Herztod zu verhindern. Es gibt implantierbare Geräte (ICDs), die dauerhaft im Körper getragen werden, und externe Geräte (AEDs), die im Notfall von Laien bedienbar sind, um das Herz zu reanimieren.
Die Gemeindeverwaltung Kriftel hat bisher zwei AEDs angeschafft – ein Gerät hing bisher im Rathaus, ein weiteres ist im Mitarbeiterraum des Parkbades angebracht. Ob eine 24/7-Verfügbarkeit des Geräts im Parkbad sinnvoll ist, soll noch geprüft werden.
Vandalismus vorbeugen
„Beide Geräte wurden zunächst bewusst nicht im öffentlichen Raum installiert, um Diebstahl oder Vandalismus vorzubeugen. Vielmehr sollten die Geräte zu den Öffnungszeiten von Schwimmbad und Rathaus nutzbar sein, falls Besucherinnen oder Besucher beziehungsweise Mitarbeitende einen Herznotfall erleiden und reanimiert werden müssen“, erläutert Bürgermeister Christian Seitz. In den letzten Jahren habe sich jedoch die Idee durchgesetzt, AEDs an gut erreichbaren Stellen im öffentlichen Raum aufzuhängen, die rund um die Uhr erreichbar sind. Über Apps oder interaktive Karten können die AED-Standorte schnell sichtbar gemacht werden, so dass Personen, die Erste-Hilfe leisten wollen, umgehend zu dem nächst gelegenen Standort geleitet werden können. „Die schnelle Verfügbarkeit kann im Falle eines Herznotfalls entscheidend sein, um die Überlebenschancen deutlich zu erhöhen“, weiß Seitz.
Allerdings können die Geräte im öffentlichen Raum von Diebstahl oder Beschädigung betroffen sein. Auch die Wettereinflüsse können ein Gerät außer Betrieb setzen. Deshalb ist wurde das AED nun in einem wetterfesten und robusten Gehäuse verstaut. Das Gerät ist zudem fernüberwacht und kann jederzeit geortet werden.
App für Lebensretter zeigt Standort an
Integriert wurde das Gerät außerdem bereits in ein intelligentes App-basiertes System, das der Verein „Region der Lebensretter“ aufgebaut hat: Mit diesem können die im Notfall alarmierten Rettungsleitstellen die registrierten Ersthelferinnen und Ersthelfer, die sich in der Nähe eines Herznotfalls befinden, über Smartphone orten und alarmieren. Die Ersthelfer können dann im besten Fall mithilfe eines nahegelegenen AEDs zu Lebensrettern werden. Voraussetzung war eine Spende von 1.000 Euro.
Über den Verein „Region der Lebensretter“ sollen 2026 zwei weitere AEDs angeschafft und am Platz von Airaines sowie im Eingangsbereich des Josef-Wittwer-Hauses in der Lindenstraße aufgehängt werden. 2027 könnten weitere Geräte für den Bereich vor dem Haupteingang des Friedhofs sowie der Platz vor den Schwarzbachhallen (Bleichstraße) folgen.


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