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40 Jahre und ein Nachwuchsdebüt

„Sigis Jazz Men“ erobern bei einem Heimspiel des Bandchefs die Bühne des Lichtspielhauses

Sigi Nachtmann, Werner Propp und Martin Auer (vorne, v. l.) spielten mit ihrer Band zu einer Matinee im Ginsheimer Lichtspielhaus auf.
(gus/Fotos: Steinacker)

GINSHEIM (gus) – Das Heimspiel des Bandchefs bot eine besondere lokale Note. „Sigis Jazz Men“ um Sigi Nachtmann spielten am Sonntag, 10. Juni, zu einer Matinee in der neuen Kulturstätte der Ginsheimer auf, und der Junior der Betreiberfamilie des Lichtspielhauses in der Frankfurter Straße wurde gegen Ende des zweistündigen Gigs kurzerhand zum neunten „Jazz Man“ erkoren. Keineswegs eine ganz weit hergeholte Aktion: Magnus Treber erlernt seit ein paar Jahren das Saxofonspiel und ist seit einigen Monaten Schüler von Werner Propp, der bei den „Jazz Men“ vornehmlich dieses Instrument bedient.

Mit dem Evergreen „Sunny“ gab Magnus Treber sein Bühnendebüt mit der Combo, bei der ihm einige der Mitglieder glatt sechs Jahrzehnte Lebenserfahrung und einige Jahrzehnte Bühnenerfahrung voraus sind. Aber wer weiß, vielleicht wurde an diesem Sonntagmittag die Zukunft der Band eingeleitet, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

In ihrem Jubiläumsjahr sind „Sigis Jazz Men“ mit einem Potpourri aus ihrem Repertoire auf den Bühnen der Region unterwegs. Von der Frühzeit des Jazz in den 1930er-Jahren bis zu Interpretationen neuerer Pop- und Rockstücke reicht das Spektrum der bis zu zehn Spitzenmusiker aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet, die einen großen Teil ihrer Auftritte in der Nähe von Nachtmanns Heimatbasis Ginsheim gibt.

Dabei sind einzelne Mitglieder der Band durchaus in Sachen Musik weltweit unterwegs gewesen. Nachtmann gab zwischendurch auch die Episode zum Besten, wie die Band fast einmal für mindestens ein Vierteljahr auf das „Traumschiff“ gestiegen wäre. Die Reederei Deilmann, Eigentümer des aus der Fernsehreihe bekannten Riesen, hatte schon die Verträge vorbereitet, als sich die Band dann doch gegen das Engagement entschied – kurz bevor das Unternehmen Konkurs anmeldete.

So wob Sigi Nachtmann, von seiner Geburt in einer eiskalte Januarnacht bis zum abgelehnten Deilmann-Angebot, in gewohntem Plauderstil immer wieder Anekdoten und Erläuterungen aus der Bandgeschichte ein, die es den nur rund 30 Zuhörern erleichtern sollten, den Hintergrund der Stückeauswahl zu verstehen. Wie im Jazz üblich, ist immer auch viel Improvisation dabei und reichlich Gelegenheit für die einzelnen Musiker, in Soloparts ihr Können unter Beweis zu stellen.

Bis zum Schluss warten musste damit Schlagzeuger Matthias Schwappacher, bei dessen Solo der Rest der Band nämlich nicht begleitet, sondern die Bühne verlässt. Wann er durch sein wird mit seinem Trommelwirbel, das weiß von den Kollegen vorher niemand und wurde von Schwappacher durch eine heraushängende Zunge signalisiert. Der Drummer war dann auch am Konzertende der Mann mit dem nassgeschwitzten Hemd. Unter all den coolen Jazzern haben die Schlagzeuger eben den am stärksten körperlich fordernden Job, nicht anders als bei einer Heavy-Metal-Band.

Ohne die Zugabe „Oh, when the Saints go marching in” entließen die Zuhörer die Jazz Men natürlich nicht in den Mittag – oder umgekehrt. Der nächste Auftritt der Band steht schon unmittelbar bevor.

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