Auf hundert Metern die ganze Weihnachtswelt

Ginsheimer Weihnachtmarkt hatte am Freitag und Sonntag mit dem Wetter zu kämpfen – Trumpfkarte Heimatmuseum

GINSHEIM (gus) – Das Ambiente war heimelig und die Stände gemütlich eng gestellt, wie seit jeher beim Ginsheimer Weihnachtsmarkt, auf der gerade einmal gut hundert Meter langen Büdchenstrecke zwischen Straßenknick und Heimatmuseum. Auf große Neuigkeiten mussten die Ginsheimer sich und ihre Gäste auch nicht einstellen bei der neunten Ausgabe der vom Gewerbeverein organisierten, dreitägigen Mischung aus reichlich Gelegenheiten zum Essen und Trinken und einigen Einkaufsmöglichkeiten für das nahende Fest.

 

Ungewohnt war dagegen das, was da besonders am Freitag selbst während der Eröffnung durch Bürgermeister Richard von Neumann, aber auch am Sonntag immer wieder von oben kam. Wenn es mit Temperaturen knapp im zweistelligen Bereich schon deutlich zu warm ist für weihnachtliche Dekoration durch Schnee, sollte der Himmel diesen nicht gefallenen Schnee wenigstens nicht als Regen runterschicken, könnte man glatt schimpfen.
Der Betrieb der 26 Stände selbst war durch den Regen nicht wesentlich beeinträchtigt, aber natürlich hätten die Ortsvereine, die beim Weihnachtsmarkt für die traditionellen Volksfestspeisen von Bratwurst über Pizza, bis zu Fischbrötchen und Suppen zuständig sind, einige Kundschaft mehr gehabt bei vernünftigen Wetterbedingungen.
Nur notdürftig bot die kleine Bühne auf halber Festmeilenlänge einen Schutz vor dem Regen, der Evangelische Posaunenchor mit seinen mehrfachen Auftritten durfte das besonders spüren. Die Chorgemeinschaft sagte ihren Auftritt ab, wenn auch sicher nicht wegen des Wetters. „Die Schlawiner“ standen parat, damit die Bühne nicht leer blieb.
Großen Auflauf begeisterter Eltern und Großeltern löste der Chor der Kita „Altrheinstromer“ aus, den Rosie Miedl leitete. Auch Herbert Jack gehört zum festen Ensemble der Ginsheimer Festivitäten und war mit seiner Orgel unterwegs, wenn er nicht gerade am Stand des Schiffsmühlenvereins gefordert war. Am Sonntag wurde es für den Bauschheimer Musikzug noch einmal eng auf der Bühne, den Abschluss bildete wieder der Evangelische Poaunenchor.
Wer auf dem Weihnachtsmarkt nach Geschenken suchte, war im Heimatmuseum natürlich am besten aufgehoben. Kunsthandwerker wie Gerlinde Beisiegel füllen zu Ostern wie Weihnachten die obere Etage und den großen Erdgeschossraum des Museums mit ihren Dekorationsmaterialien und Geschenkideen. Aber auch, dass die Besucher des Weihnachtsmarkts hier altes Handwerk wie die Klöppelwerkstatt beobachten oder auch Verena Friedels Marmeladen zur Unterstützung von Projekten in Afrika finden können, ist schon guter Brauch im Museum, dem trockensten aller Plätze an diesem Weihnachtsmarktwochenende.

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