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Zerstörerische Flut im Kinogebäude

Überschwemmung in Burglichtspielen legt Betrieb vorerst still – Hoher Sachschaden zu befürchten

 

GUSTAVSBURG (gus) – „Wasser ist ein Lebenselixier – aber besonders im Elektrokasten geht es besser ohne ihr.“ Eine holprige und grammatikalisch nicht ganz korrekte Erkenntnis, die derzeit als sarkastische Randbemerkung aber durchaus auf die Bühne der Burglichtspiele passen würde – aber dort geht für die nächste Zeit rein gar nichts mehr.
Beim Jubiläumskonzert der Saxophonbande am Samstagabend und der Personalversammlung der Gemeindemitarbeiter am Montag war im neuen Gustavsburger Kultur-Schmuckkästchen noch alles in bester Ordnung. Als Gemeindemitarbeiter Norbert Neuber am Dienstagmorgen eben mal etwas erledigen wollte im Gebäude, entdeckte er jedoch die Katastrophe: Wasser strömte vom Technikraum im ersten Stock die Decke des Foyers herunter, vor allem über den Elektrokasten an der Ostwand des Gebäudes floss es kräftig. Die Böden des Foyers und des Kino- und Veranstaltungssaals waren zentimeterhoch mit Wasser bedeckt.
Wasseralarm in Gustavsburg! Die Fluten waren zwar schnell beseitigt, als das Rohr, an dem sich offenbar eine Verschraubung hinter einem Filterkörper gelöst hatte, stillgelegt war. Doch wenn Wasser dort entlang fließt, wo es nichts zu suchen hat, kann dies verheerende Folgen haben. Im Elektrokasten war am Mittwoch schon erster Rost zu sehen, alles hatte sich vollgesaugt. „Das muss alles raus und neu gemacht werden“, so die Einschätzung des Gemeindemitarbeiters.
Was sich alles vollgesogen hat an den Verschalungen, Dämmmaterialien, Balken – noch ist es nicht abzusehen, aber erfahrungsgemäß wird das Ausmaß mit jedem Hinschauen größer. Auch das Parkett im Kinosaal, das auf den ersten Blick wenig Schaden genommen zu haben scheint, dürfte in den kommenden Tagen aufquellen und muss wohl komplett ersetzt werden. Den genauen Schadensumfang kennt derzeit noch niemand, Fachleute werden sich in den kommenden Tagen ein Bild zu machen versuchen.
Axel Schiel vom Vorstand des „Vereins Freunde des Kommunalen Kinos Mainspitze“ schaute sich die Bescherung am Mittwochmorgen im Kinosaal an und hoffte noch, dass das für die kommenden Wochenenden anstehende Programm stattfinden kann – aber da gibt es wohl keine Chance. Die Verwaltung zog die Programmankündigung für das Kommunale Kino am Dienstag zurück, „das Gebäude bleibt bis einschließlich Sonntag auf jeden Fall geschlossen“, verkündet Elke Christ vom Kulturbüro der Gemeinde. Das für Samstag vorgesehene Konzert von „An Tor“ findet im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche einen Ersatz-Veranstaltungsort (siehe Hinweis im Innenteil). Für alle weiteren Termins, so die Achterbahn- und Achterbähnchen-Termine des übernächsten Wochenendes, hängen derzeit in der Schwebe.
Eingedungen ist das Wasser laut Neuber auch in den Keller des benachbarten Gaststättengebäudes, die dort gelagerten Materialien sind hinüber. Auch was sich im Kinogebäude im Schrank neben dem Elektrokasten befand, etwa der Drucker der Kinokasse, ging kräftig baden. Was nun? Da wäre doch noch das allseits beliebte und über viele Monate hinweg bewährte Theaterzelt auf der Ochsenwiese, das so lange reaktiviert werden könnte, wird nun der eine oder andere Kulturfreund in der Mainspitze spontan vorschlagen. Gut gedacht, aber um wenige Tage zu spät. „Das Zelt wurde vergangene Wochen in den neuen Bundesländern verkauft und ist bereits abgebaut und abgefahren worden“, berichtete Christ. Lange hatte die Gemeinde nach dem Ende der Nutzung als Kulturstätte Ende März gebraucht um einen Abnehmer für das Provisorium zu finden, das während der Sanierung des Kinogebäudes so gute Dienste leistete. Nun fand es eine neue Destination im Osten Deutschlands und ist definitiv weg.
Die Gemeinde darf hoffen, dass der Schaden dank einer entsprechenden Versicherung für sie wenigstens finanziell glimpflich ausgeht. Der Kulturbetrieb in Gustavsburg ist für die nächste Zeit allerdings eine provisorische Angelegenheit.

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