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Eröffnung bereits im Oktober

Spatenstich für Kita Hauptstraße – Modulbauweise ermöglicht einen schnellen Baufortschritt

Auf dem Gelände der zukünftigen Flörsheimer Kita an der Hauptstraße vor der Opelbrücke wird schon fleißig gearbeitet, die Grube für die Bodenplatte wird ausgehoben.
(Fotos: A. Kreusch)

FLÖRSHEIM (ak) – Am Donnerstag, 5. April, war es endlich so weit: Die Stadt Flörsheim hatte eingeladen zum „Spatenstich“ für die als Ergänzung der Betreuungsplätze dringend benötigte Kindertagesstätte (Kita) in der Hauptstraße.
Auf dem Gelände direkt vor der Opelbrücke war schon ein Bagger beim Erdaushub zu sehen, wegen des launischen Aprilwetters hatte sich allerdings die kleine Festgesellschaft aus Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink, Ortsvorsteher Klaus Dörrhöfer, dem Projektleiter des Bauunternehmers MBN Bau GmbH, Rainer Elsner, dem Architekten Dirk Staubach, einigen Bürgern sowie Vertretern der politischen Parteien Flörsheims, zu denen sich auch Bürgermeisterkandidat Bernd Blisch gesellt hatte, unter die schützende Brücke begeben.

Hier trat Bürgermeister Antenbrink ans Rednerpult, er freute sich, dass der Spatenstich nun „ein Vierteljahr nach dem geplanten Fertigstellungstermin“ für eine neue Kita endlich erfolgen konnte. An die ursprüngliche Planung und die Auseinandersetzungen darüber erinnernd vertrat er die Ansicht, dass die Kostenbetrachtung von heute sicher die Diskussion um den von ihm ursprünglich ins Auge gefassten Träger „educcare“ in eine andere Richtung gelenkt hätte. „Aber lamentieren hilft nicht weiter, wir müssen nach vorne schauen“, resümierte er und erläuterte, dass die Modulbauweise, in der die Kindertagesstätte nun gebaut wird, es ermöglichen soll, dass sie schon am 1. Oktober dieses Jahres in Betrieb genommen werden kann.

Leitungsteam schon unter Vertrag
„Auch das Leitungsteam haben wir schon zusammen“, freute sich Antenbrink und stellte die zukünftige stellvertretende Leiterin der neuen Kita auch gleich persönlich vor: Die Sozialpädagogin Lea Kraus hatte sich ebenfalls Zeit für den Spatenstich genommen. Die junge Frau, die in Frankfurt wohnt, kennt Flörsheim gut, denn ihre Familie mütterlicherseits stammt aus der Mainstadt. Sie ist zurzeit noch im Vincenzhaus der Caritas in Hofheim im Bereich der Jugendhilfe beschäftigt, hat aber auch Erfahrung im Kita-Bereich. „Die Chance, mich hier beim Aufbau einer neuen Kita einbringen zu können, der Ausstieg aus dem Schichtdienst und natürlich auch der Einstieg in den Leitungsbereich haben mich gereizt“, erklärt die junge Frau gerne offen, aber auch ihre Verbundenheit mit der Stadt sieht sie als wichtige Voraussetzung für ihre zukünftige Arbeit an. „So etwas ist auch wichtig für unseren Beruf, finde ich, ich kenne mich hier wirklich gut aus!“, strahlt sie. Michaela Schwarz, die zukünftige Leiterin der Kita in der Hauptstraße, war leider verhindert, sie arbeitet im Moment noch als stellvertretende Leiterin in einer Hochheimer Kindertagesstätte. „Beide werden natürlich in die Endplanung eingebunden“, versicherte der Bürgermeister, „neue Einrichtungen sind für Erzieher immer attraktiv, daher sind wir auch im Hinblick auf weiteres Personal zuversichtlich.“

Betreuungsplätze für 99 Kinder
In der neuen Kita sollen Betreuungsplätze für insgesamt 99 Mädchen und Jungen entstehen, es wird drei Gruppen für je 25 Kinder über drei Jahren und zwei Gruppen für jeweils 12 Kinder unter drei geben. Die Stadt Flörsheim wird für den Bau und die Inneneinrichtung der Kita insgesamt 3,3 Millionen Euro ausgeben. Das zweigeschossige Gebäude ohne Kellerräume wird in Holzrahmenbauweise mit Flachdach auf einer Bodenplatte errichtet, im Erdgeschoss werden sich die Räumlichkeiten für die Ü3-Gruppen befinden, im Obergeschoss sind Gruppenräume für die U3-Gruppen. Über die beiden Geschosse entsteht eine Gesamtnutzfläche von rund 980 Quadratmetern mit Gruppenräumen, Büros, Küche, Toiletten und Fluren. Die Grundstücksgröße beträgt etwa 2.950 Quadratmeter, das großzügige Außenspielgelände wird rund 1.500 Quadratmeter groß sein.

„Mit fünf Gruppen wird das keine kleine Einrichtung sein“, stellte Bürgermeister Antenbrink auch im Hinblick auf den zunehmenden Bedarf in der Stadt fest, „aber eine kleinere Kita können wir uns einfach nicht leisten!“ Mit der Inbetriebnahme der neuen Kita wird der Zuschussbetrag zu solchen Betreuungseinrichtungen der Stadt Flörsheim um 500.000 Euro steigen. „Flörsheim wird in Zukunft 5 Millionen Euro für die Betreuung der Kita-Kinder zuschießen“, stellte der Bürgermeister fest, „und die Nachfrage für Kita-Plätze in der Stadt ist mit der Fertigstellung dieser Einrichtung noch nicht gedeckt, eine weitere wird mittelfristig neu gebaut werden, andere werden erweitert werden müssen.“ Zum Anmeldetermin im Juni werden wohl noch nicht alle Kinder, für die ein Kita-Platz beantragt wird, berücksichtigt werden können, aber ab dem 1. Oktober wird es Plätze für alle geben und der aktuelle Bedarf wird dann gedeckt sein, versprach Antenbrink. Mit den Nachbarn und den Sportvereinen in der Nähe wird ein gutes Miteinander angestrebt. „Man könnte sicher darüber reden, ob man einen Zugang zum Sportplatz vom Parkplatz der Kita organisieren kann“, meinte Antenbrink.

Für die Kita in der Hauptstraße in Flörsheim liegt zurzeit nur eine „provisorische“ Baugenehmigung vor, da das Gelände im Flächennutzungsplan noch als unbebautes Gebiet ausgewiesen ist. „Wir werden ein Bebauungsplanverfahren anstoßen, um damit eine dauerhafte Nutzung anzustreben, damit die Kita auch noch nach zehn Jahren weiter in Betrieb bleiben kann“, erklärte Bürgermeister Antenbrink dazu, „sie nach zehn Jahren wieder abzureißen wäre eine Schande. Die Modulbauweise ist heute so hochwertig, solche Gebäude können durchaus auch länger genutzt werden.“

Auch Dirk Staubach bestätigt, dass der Begriff „Modulbauweise“ in Bezug auf die neue Kita nur „bedingt“ zutrifft. „Das ist kein Katalogmaterial“, versichert der Architekt. Staubach wird für die Stadt einmal die Woche die Baustelle besuchen und die Baudokumentation sowie die Qualitätskontrolle „als Korrektiv zum Generalunternehmer“ vornehmen, eventuelle Schwierigkeiten bei der Bauausführung wird er im Sinne der Stadt klären.

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