Grünes Klassenzimmer auf dem Schulhof

Projektwoche an der Grundschule am Weilbach schafft neue Lebensräume und Lernorte

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Zwischen Klassenzimmern und Pausenhof ist in wenigen Tagen eine kleine Naturlandschaft entstanden. Wo sonst Kinder über den Hof jagen und durcheinanderrufen, summt und krabbelt es jetzt: Die Grundschule am Weilbach hat ihren Schulhof im Rahmen einer Projektwoche umgestaltet – mit einem klaren Ziel vor Augen.

Der Schulhof sollte nicht nur ein Ort zum Spielen sein, sondern auch ein Lebensraum. „Die Kinder erleben hier direkt, wie Natur funktioniert“, sagt Lehrerin Frau Bang. „Das macht einen großen Unterschied zum Unterricht im Klassenzimmer.“ So entstanden Flächen, die gleichermaßen Spielort für Kinder und Rückzugsraum für Tiere sind. Die neu angelegten Bereiche dienen bewusst als Nahrungsquelle für Insekten. Eine eigene „Eidechsenburg“ aus Steinen, Holz und Sand soll kleinen Reptilien neue Rückzugsorte bieten.

Direkt am Eingang fällt eine bunt bemalte Holzhütte ins Auge. Sie dient künftig als Ausleihstation für Pausenspielzeuge. Das Gebäude ist nicht nur praktisch, sondern auch ein sichtbares Zeichen dafür, was die Woche geprägt hat: gemeinsames Planen, Bauen und Gestalten.

Abseits vom Trubel auf dem Schulhof sind kleine, kaum sichtbare Rückzugsorte entstanden. In Gebüschen versteckte Dosen dienen als Unterschlupf für Insekten, selbst gebaute Igelhäuser wurden in Hecken integriert. „Die Kinder haben schnell verstanden, dass auch die unscheinbaren Bereiche wichtig sind“, sagt Frau Zeilinger. „Hier entsteht echte Verantwortung.“

Auch beim Lernen kam die Natur nicht zu kurz. Mit ausgeliehenen Mikroskopen aus dem Naturschutzhaus untersuchten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Proben aus der Natur. An Tast- und Fühlstationen in selbst gebauten Kisten, gefüllt etwa mit Walnussschalen, Holzstücken und weiteren Naturmaterialien, konnten sie Materialien mit geschlossenen Augen erkunden. Die Verbindung aus praktischem Arbeiten, Beobachten und Dokumentieren prägte die Woche durchgehend.

Die gesamte Schule war eingebunden: Kinder aus den Klassen 1 bis 4 arbeiteten klassenübergreifend in Gruppen. Das stärkte nicht nur den Teamgeist, sondern auch die Identifikation mit dem Projekt. Parallel dazu dokumentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit digital, führten Interviews und entwickelten auf Basis eines von einem Kind detailgetreu gezeichneten Lageplans eine interaktive Karte des Schulhofs. „Die Verbindung von praktischem Tun und moderner Technik war uns wichtig“, betont Schulleiterin Annette Spichal.

Die Projektwoche war dabei von viel Eigeninitiative geprägt. Statt neues Material zu kaufen, sammelten die Kinder Stöcke, Rinde und andere Naturstoffe direkt auf dem Gelände. Recycling spielte eine zentrale Rolle und wurde bewusst in die Arbeit integriert. Unterstützt wurde das Projekt von Eltern sowie durch finanzielle Beiträge des Lions Clubs, der Gebrüder Graulich Stiftung und Baumaterialien von der Firma Ganss.

Für Schulleiterin Spichal ist die Projektwoche Teil eines langfristigen Konzepts. Die Schule ist seit Jahren als „Umweltschule“ ausgezeichnet und arbeitet so darauf hin, den Titel weiterhin zu führen. „Nachhaltigkeit soll hier kein Projekt bleiben, sondern Alltag sein“, betont sie. Mit dem neu gestalteten Schulhof ist dafür ein weiterer Schritt gemacht. Einer, der garantiert nicht still bleibt.

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