Mit einer feierlichen, bewusst noch "kleinen" Einsegnungsfeier ist am Dienstag der Neubau der katholischen Kindertagesstätte St. Katharina in Wicker offiziell unter den Schutz Gottes gestellt worden. Rund 70 Besucher, darunter zahlreiche Familien mit Kindern sowie Vertreter der Kirchengemeinde und der Stadt Flörsheim waren am Dreikönigstag in die Fuchstanzstraße gekommen, um einen ersten Blick in die neuen Räume zu werfen, auch wenn der Einzug noch etwas Geduld erfordert.
Pfarrer Friedhelm Meudt segnete das Gebäude zunächst im Außenbereich mit Weihwasser. „Wir sind noch nicht ganz fertig, aber es ist gut und wichtig, diesen Ort jetzt schon unter Gottes Segen zu stellen“, sagte er. Ein großes Einweihungsfest solle folgen, wenn die Arbeiten abgeschlossen seien. In seinen Gebeten stellte Meudt vor allem die Kinder in den Mittelpunkt. Der neue Kindergarten solle ein Ort des sicheren Spielens, des Lernens und des guten Miteinanders sein.
Der Neubau ist Teil eines seit Jahren geplanten Gemeinschaftsprojekts von Stadt Flörsheim, Kirchengemeinde St. Teresa und dem Bistum Limburg. Rund 5,1 Millionen Euro kostet das Vorhaben, davon trägt die Stadt 70 Prozent, Bistum und Kirchengemeinde übernehmen die restlichen 30 Prozent. Aus dem Landesprogramm flossen zusätzlich 1,25 Millionen Euro Fördermittel. Grund für die Erweiterung ist der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen im Main-Taunus-Kreis. Aus der bislang dreigruppigen Einrichtung wird nun eine fünfgruppige Kita.
Bürgermeister Bernd Blisch sprach in seiner Rede von einer wichtigen Investition in die Zukunft Wickers. „Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirche hat sich bewährt“, betonte er. „Für junge Familien ist es entscheidend, dass wohnortnah verlässliche Betreuung angeboten wird, für unter Dreijährige ebenso wie für Kindergartenkinder.“
Künftig bietet die Einrichtung Platz für 99 Kinder, darunter 24 Krippenplätze. Entstanden sind auf rund 958 Quadratmetern helle, freundliche Räume, ergänzt durch eine großzügige Außenfläche von etwa 1000 Quadratmetern. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Krippenräume, während die drei Gruppenräume für Kindergartenkinder im ersten Obergeschoss untergebracht sind. Dort sind auch die Personalräume angesiedelt. Alle Ebenen sind barrierefrei gestaltet und über einen Aufzug miteinander verbunden.
Eigentlich sollte der Einzug am 6. Januar erfolgen. Die ersten Planungen für den Neubau reichen bereits bis ins Jahr 2019 zurück. Bauverzögerungen, unter anderem durch den Diebstahl eines Stromkabels auf der Baustelle, machten den ursprünglichen Termin zunichte. Der Start ist nun für die Zeit vor Ostern vorgesehen. Bis dahin wird die alte Kita weiter genutzt. Sie soll nach dem Umzug abgerissen und durch einen Multifunktionsraum, neue Außenanlage und Stellplätze ersetzt werden.
Kita-Leiterin Monika Schwarz zeigte sich trotz der Verzögerungen zuversichtlich. „Die Kinder waren heute kaum zu bremsen, man merkt, wie sehr sie sich auf die neuen Räume freuen“, sagte sie, "Der Neubau bietet deutlich bessere Bedingungen für pädagogische Arbeit und für den Alltag der Kinder." Ihre Stellvertreterin Jasmin Glas, die in Offenbach wohnt, hob insbesondere das Umfeld der Einrichtung hervor. Wicker biete kurze Wege, eine enge Vernetzung im Ort und ein spürbares Engagement von Eltern, Träger und Team. „Hier gibt es ein starkes Miteinander, das den Alltag für Kinder, Familien und Beschäftigte gleichermaßen trägt“, sagte Glas. Der neue Bau schaffe zudem moderne Arbeitsbedingungen und zusätzliche pädagogische Möglichkeiten. Zugleich machte sie deutlich, dass mit der Erweiterung auch der Personalbedarf wächst. Für den Start in den erweiterten Betrieb sucht die Kindertagesstätte weiterhin qualifizierte pädagogische Fachkräfte.
Im Inneren des Gebäudes segnete Pfarrer Meudt die Kreuze für die fünf Gruppenräume, die später in der neuen Kindertagesstätte ihren Platz finden werden. In seinen Dankesworten würdigte der Pfarrer die jahrelange Vorarbeit zahlreicher Ehrenamtlicher, Planer und Unterstützer. Besonders erinnerte er an Bernhard Anger, der das Projekt maßgeblich begleitet hatte und inzwischen verstorben ist.
Zum Abschluss klang der Nachmittag bei einem kleinen Umtrunk in der alten Kita aus. In Gesprächen unter Eltern, Mitarbeitenden und Gästen überwog ein Eindruck: Auch wenn sich der Einzug noch verzögert, ist in Wicker ein Ort entstanden, der Kindern und Familien langfristig gute Perspektiven bietet.




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