Es war ein Gottesdienst, der den festlichen Moment mit dem Blick nach vorne verband. In der Evangelischen Kirche feierten am Sonntag 15 Jugendliche ihre Konfirmation. Pfarrerin Inghild Klodt stellte den Gottesdienst unter ein Bild, das alle kennen: Türen, durch die Menschen im Laufe ihres Lebens gehen.
Dieses Bild zog sich wie ein roter Faden durch ihre Predigt. Der Gang durch die Kirchentür habe an diesem Tag eine besondere Bedeutung, sagte Klodt. Viele der Jugendlichen seien im Laufe ihres Lebens bereits durch ganz unterschiedliche Türen gegangen: hinaus aus dem Elternhaus, hinein in die Kita, später in die Grundschule und auf die weiterführende Schule. „Heute ist der Gang durch diese Kirchentür etwas Besonderes“, machte die Pfarrerin deutlich. Mit der Konfirmation öffne sich nun eine weitere wichtige Tür – im Leben ebenso wie im Glauben.
Klodt knüpfte dabei an Erfahrungen an, die nicht nur die Jugendlichen, sondern auch ihre Familien kennen. Eltern könnten sich vermutlich noch gut daran erinnern, wie sie ihr Kind nach der Geburt zum ersten Mal nach Hause gebracht hätten. Später seien andere Türen hinzugekommen: Türen zu Bildung, Freundschaften, mehr Selbstständigkeit und irgendwann auch zu neuen Lebenswegen außerhalb des Elternhauses. Nicht mehr lange werde es dauern, bis manche Jugendliche die Haustür hinter sich schließen, um eine Ausbildung zu beginnen, eigene Wege zu gehen oder neue Beziehungen einzugehen.
Gerade weil solche Übergänge nicht nur Vorfreude, sondern auch Unsicherheit mit sich bringen, weitete Klodt das Bild der Tür weiter aus. Vor einer Tür zu stehen, könne bedeuten, warten zu müssen, nicht zu wissen, was dahinter liegt, oder darauf angewiesen zu sein, dass jemand öffnet. Dazu passte die biblische Geschichte, die im Gottesdienst gelesen wurde: ein Gleichnis Jesu von einem Menschen, der mitten in der Nacht anklopft und um Hilfe bittet. Für Klodt lag darin eine ermutigende Botschaft: Wer ernsthaft bittet, werde nicht einfach vor verschlossener Tür stehen gelassen.
Damit verband sich auch der Kern der Konfirmation. Im Zentrum des Gottesdienstes stand das Ja der Jugendlichen zu ihrer Taufe. Konfirmation bedeute, etwas zu bekräftigen und festzumachen, erklärte Klodt mit Blick auf das lateinische Wort „confirmare“. Die Jugendlichen bestätigten damit ihren christlichen Glauben vor der Gemeinde, ihren Familien und Freunden. Zugleich, so die Pfarrerin, gelte ihnen weiterhin das Versprechen Gottes, das ihnen schon in der Taufe zugesprochen worden sei.
Getragen wurde der Gottesdienst von vielen Beteiligten aus Gemeinde und Familien. Tobias Detemple, Anna Opferkuch, Alissa Pietsch und Luis Rohde übernahmen den Psalm, Esther Ilka-Konrad die Lesung. Sebastian Ohly sprach ein Grußwort. Die Fürbitten gestalteten Gerlinde Goldbach-Thimm, Sven Hofmann, Andrea Richter, Sina Schleich, Dr. Anne Sommermann und Cornelia Weilbächer. Dörthe Beuster übernahm die Abkündigungen.
Auch musikalisch erhielt die Feier einen festlichen Rahmen. Der Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Flörsheim sang unter der Leitung von Annegret Sternagel, an der Orgel spielte Sabine Weber. Den Küsterdienst übernahm Esther Ilka-Konrad.
So wurde der Gottesdienst für die 15 Konfirmandinnen und Konfirmanden zu mehr als einem feierlichen Termin im Kirchenjahr. Er markierte einen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Auch im Grußwort wurde dieser Gedanke aufgegriffen: Erwachsenwerden bedeute, eigene Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Weg zu finden. Dafür brauche es Menschen, die begleiten, stärken und Orientierung geben.
Konfirmiert wurden Marcel Coun, Tobias Detemple und Felix Maxeiner aus Weilbach sowie Jonah Böhm, Sienna Böhme, Lara Henrich, Alexander Hofmann, Toni Lorenz, Talitha Mukwaya, Anna Opferkuch, Alissa Pietsch, Jonah Richter, Luis Rohde, Finn Schleich und Felix Weilbächer.



Kommentare