Der Einladung des Stadtteilbüros Hattersheim und der Hawobau folgen immer gerne viele Menschen. Das sind einmal die Anwohner, aber auch bei vielen Gästen steht das Ereignis fest im Kalender. Gemeinsam feiert man in gemütlicher Atmosphäre den Beginn der neuen Gartensaison.
Schon um 15 Uhr waren viele Besucherinnen und Besucher vor Ort. Auch die Erste Stadträtin Heike Seibert hatte sich Zeit genommen, dabei zu sein. Für Kinder gab es Spiele aus dem Spieleanhänger des Stadtteilbüros, die gerne von ihnen angenommen wurden. Da das Wetter eher kühl und wolkig war, freuten sich viele über das Feuerchen in der Feuerschale, das ein wenig Wärme ausstrahlte. Außerdem liebten die Kinder es, Stockbrot zu backen. Die Helfer und Helferinnen hatten wieder ein wunderbares, buntes Kuchenbuffet zusammengestellt. Dazu gab es Kaffee oder Tee. Der Grill mit den Würstchen war stark frequentiert, von Kindern und Erwachsenen. Schnell kamen die Gäste miteinander ins Gespräch. Auch Neuankömmlinge, die noch nie bei einem Gartenauftakt-Fest dabei waren, wurden herzlich aufgenommen. Eine schöne Atmosphäre entstand durch die Live-Musik von Chris Savage und Ernst Turba. Manch bekanntes Lied lud zum Mitsummen oder -singen ein. Aber auch der Song „Here comes the sun“ brachte die Sonne nicht hervor.
Sozialprojekt erfolgreich abgeschlossen
In der Woche vom 23. bis zum 27. März führten zehn junge Menschen, von denen neun ein duales Studium und einer eine Ausbildung bei der Lufthansa Systems absolvieren, ein Sozialprojekt durch. Das Projekt wurde von Eva Hamann vom Förderverein Familienoffensive e.V. mitorganisiert. Dieser Förderverein unterstützt Kinder aus bildungsfernen- oder sozialschwachen Familien in Hattersheim. Es gibt regelmäßige Projekte wie Hausaufgabenbetreuung, ein Sprachcafé für Mütter mit integrierter professioneller Kinderbetreuung oder auch Schwimmkurse für Mütter. Weiter werden gezielt Familien in Notsituationen unterstützt.
Mit großem Elan hatten sich die acht jungen Männer und zwei Frauen von Lufthansa Systems während des einwöchigen Projekts eingebracht. Es wurde der Eingangsbereich zum Stadtteilbüro neu bepflanzt und bunte Stelen wurden dauerhaft befestigt. Weiter wurde eine Bank restauriert, ein Weg mit Platten und Pflanzen zum Fairteilerschrank gestaltet und gemeinsam mit Kindern in der Essbaren Siedlung ein neuer Kinder-Erlebnis-Garten entwickelt.
Beim Fest waren neun Projektteilnehmer, acht Männer und eine Frau, anwesend. So konnten sie die große Anerkennung für ihre Arbeit genießen. Sie hatten viel geleistet und waren auch selbst sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Sie lobten die gute Atmosphäre im Stadtteilbüro und die gute Verköstigung. „Bei unserer Arbeit sitzen wir sehr viel drinnen, deswegen ist so ein Projekt eine gute Sache. Wir sind alle aus einem Jahrgang und so ist es gleichzeitig eine gute Teambildungsmaßnahme.“ erklärte Luca. Durch die bunten Stelen verbesserte sich das Aussehen des Eingangsbereiches zum Stadtteilbüro. Sehr schön war auch der Garten für Kinder geworden. Aus einem mit Unkraut bewachsenen Stückchen Land war ein richtiger Garten geworden, mit Platten zum Laufen, angelegten Beeten, Neubepflanzungen (von der Hawobau gesponsert) und einer Kräuterspirale, die sich zu einem Wasserbehälter hochschlängelt. Das Wasser soll Insekten oder Vögel anlocken. Die Kinder waren mit einbezogen worden und hatten im Vorfeld zum Gartenauftakt viele bunte Steine bemalt.
Einweihung Fairteilerschrank
Kaum war der Kinder-Erlebnis-Garten eingeweiht, ging es schon zum nächsten Programmpunkt: Zur Einweihung des neuen Fairteilerschranks auf dem Platz der Begegnung. Gemeinsam mit foodsharing MTK wurde der Schrank offiziell eröffnet. Gleichzeitig konnte man auch dort ein weiteres Werk der Teilnehmer des Sozialprojekts sehen, ein nett angelegtes Beet und Gehplatten zum Schrank. Zum offiziellen Akt durchschnitten Christine Pfaff vom Stadtteilbüro und Marejam Mountij von foodsharing MTK ein rotes Band. Die Öffnung des Schrankes zeigte wohlsortierte, ansprechend aussehende Lebensmittel auf fünf Ebenen. Im Schrank sollen künftig regelmäßig gerettete Lebensmittel wie Obst, Brot und weitere Produkte kostenlos für alle zur Verfügung stehen. Bei der Einweihung waren von foodsharing MTK Carolina Beege aus Kriftel, Pia Würzburger aus Flörsheim und Marejam Mountij aus Hattersheim anwesend. Sie berichteten, dass es sich bei foodsharing um eine Initiative handelt, die seit 2012 besteht und es sich zur Aufgabe gemacht hat, noch brauchbare Lebensmittel zu retten.
Das Umweltbundesamt meldete für das Jahr 2022 in Deutschland Lebensmittelabfälle in Höhe von 10,8 Millionen Tonnen. Die Tätigkeiten der Lebensmittelretter basieren auf ehrenamtlichem und gemeinnützigem Engagement. foodsharing hat die Absicht, Ressourcen zu schonen, indem genießbare Lebensmittel verwendet, statt verschwendet werden. Dabei lassen die Ehrenamtlichen allen mildtätigen Organisationen, wie beispielsweise der Tafel, den Vortritt, um gerettete Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen. foodsharing ist die "letzte Bastion vor der Mülltonne". Die geretteten Lebensmittel werden kostenlos und solidarisch von privat zu privat – im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, in Obdachlosenunterkünften und anderen Einrichtungen sowie über die Plattform „foodsharing.de“ verteilt. Bei foodsharing MTK sind 25 Ehrenamtliche tätig. Im Main-Taunus-Kreis gibt es bereits sechs Fairteilerschränke, der neue Schrank in Hattersheim ist der siebte. Damit alles reibungslos funktioniert, gibt es gewisse Regeln für die Befüllung und Säuberung des Schranks. Befüllt werden kann der Schrank mit Obst und Gemüse, verpackten Backwaren, Trockenware und Konserven. Alkohol, zubereitete Speisen, schimmelige oder kühlpflichtige Waren sind nicht erlaubt. Carolina Beege berichtete: „Sobald ein Bild von der Befüllung der Schränke auf der Facebook Seite „Foodsharing Main-Taunus-Kreis“ eingestellt ist, ist der betreffende Schrank meistens innerhalb von einer Stunde leer. Von daher sind sich die Foodsaver sicher, dass auch der Schrank auf dem Platz der Begegnung gut angenommen wird.
Wieder einmal ging der kurzweilige Nachmittag viel zu schnell vorbei. Aber die Nachbarn und Freunde des Stadtteilbüros können sich schon jetzt auf das Frühlingsfest am 9. Mai ab 14 Uhr freuen, das in diesem Jahr anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Stadtteilbüro“ vor dem Stadtteilbüro in der Pregelstraße 1 gefeiert wird.




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