„Ist da wer – Gott?!“

Firmung in der Hattersheimer Kirchengemeinde St. Martinus 2026 am vergangenen Wochenende

Foto: Mike Wenski
33 junge Christen haben am vergangenen Samstag das Sakrament der Firmung empfangen.
33 junge Christen haben am vergangenen Samstag das Sakrament der Firmung empfangen.

pm

Es war wirklich ein ganz besonderer Tag in unserer Kirchengemeinde St. Martinus.

Am 13. Juni haben 33 junge Christen aus unserer Kirchengemeinde das Sakrament der Firmung empfangen. Gespendet wurde es in diesem Jahr im Auftrag von unserem Bischof Georg Bätzing durch Pfarrer Andreas Klee.

Seit Februar haben sich die Jugendlichen in Firmstunden und an Gemeinschaftstagen mit ihrem Glauben auseinandergesetzt und dabei viel Zeit zusammen verbracht.

Während dieser Zeit haben sie sich aber nicht nur theoretisch mit ihrem Glauben beschäftigt, sondern auch an verschiedenen Projekten teilgenommen. So haben die Jugendlichen z.B. die Tafel Hattersheim der Caritas, das Haus St. Martin, eine Facheinrichtung für Wohnungslose Menschen, und das Stadtteilbüro Hattersheim besucht.

Am Ende der Projekte sagte einer der Jugendlichen: „Es war schön zu erleben, dass Glauben nicht etwas ist, das nur in der Kirche in Form von Gebeten, Gesang und Gottesdienst erlebbar ist. Unser Glaube und die Werte, die damit verbunden sind, können das Leben anderer positiv beeinflussen. Wir können helfen“.

Während der ganzen Zeit der Vorbereitung stand, sichtbar für alle, im Altarraum das Symbol für unseren Glaubenskurs zur Firmung. Das Leitwort lautete:

„Ist da wer – Gott?!“.

In seiner Predigt sagte Pfarrer Klee dazu:

„Ist da wer?“

Diesen Satz kennt fast jeder. Man ruft in einen dunklen Raum: „Hallo? Ist da wer?“

Man schreibt eine Nachricht und wartet auf eine Antwort. Man fühlt sich manchmal allein und fragt sich: Sieht mich überhaupt jemand? Hört mich jemand? Versteht mich jemand?

Und vielleicht kennen manche von euch auch diese Frage gegenüber Gott:

„Gott, bist du da? – Wo bist du?"

Eine ehrliche Frage. Eine wichtige Frage. – Gerade bei tragischen Anlässen, bei Trauer und Tod. Eine Frage, die nicht gegen den Glauben spricht, sondern oft mitten hineinführt.

Wir leben in einer Zeit, in der wir ständig verbunden sind. Smartphone, Chats, soziale Medien, Videocalls und künstliche Intelligenz. Und trotzdem erleben viele Menschen Einsamkeit. Man kann hunderte Kontakte auf Facebook und Instagram haben und sich trotzdem fragen: „Wer kennt mich wirklich?“ „Wer steht zu mir, wenn es schwierig wird?“ „Wer bleibt, wenn alle anderen gehen?“ Bei wem kann ich mitten in der Nacht klingeln und er lässt mich hinein? Tief im Herzen trägt jeder Mensch die Sehnsucht: Ich möchte gesehen werden. Ich möchte geliebt werden. Ich möchte dazugehören.

Und genau dort beginnt die Botschaft des Glaubens. Denn die Antwort Gottes auf die Frage „Ist da wer?“ lautet: „Ja. Ich bin da.“

Gottes Antwort ist keine Nachricht – sondern eine Begegnung

Viele wünschen sich von Gott vielleicht eine WhatsApp-Nachricht. Einen eindeutigen Beweis. Eine Sprachnachricht vom Himmel. Doch meistens begegnet uns Gott anders.

Manchmal in Menschen, die uns helfen. Manchmal in einem Moment der Ruhe. Manchmal in einer Kraft, die wir uns selbst nicht erklären können. Manchmal in einem Wort, das genau zur richtigen Zeit kommt. Und ganz besonders begegnet Gott uns in Jesus von Nazaret. Jesus zeigt uns, wie Gott wirklich ist.

Nicht fern. Nicht kalt. Nicht gleichgültig. Sondern nah.

Ein Gott, der Menschen aufrichtet. Ein Gott, der zuhört. Ein Gott, der niemanden aufgibt.

Ist da wer?

Vielleicht werdet ihr diese Frage auch morgen noch stellen. Vielleicht sogar in zehn Jahren. Aber vielleicht werdet ihr immer öfter entdecken: Ja, da ist wer. Nicht immer laut. Nicht immer spektakulär. Aber treu.

Ein Gott, der sagt:

„Ich kenne deinen Namen.“

„Ich glaube an dich.“

„Ich gehe mit dir.“

„Du bist wertvoll.“

Und genau deshalb könnt ihr mutig in die Zukunft gehen.

Mit offenen Augen.

Mit einem wachen Herzen.

Mit Vertrauen.

Denn auf die Frage

„Ist da wer? – Gott?“

antwortet der christliche Glaube:

Ja. Und er geht schon die ganze Zeit an deiner Seite. Amen.

Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Katechetinnen und Katecheten für die lebendige und frohe Zeit der Vorbereitung: Veron Pereira-Simes, Michael Seidel, Martin Schaefer und Wolfgang Gerstner.

Joachim Kahle, Gemeindereferent

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