Die FDP wirbt bei der kommenden Kommunalwahl für eine Politik mit Augenmaß. Das machte Norbert Reichert, der Hattersheimer FDP Ortsverbandsvorsitzende und Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung in Hattersheim, deutlich. Auch der Gastredner, Dirk Westedt, schloss sich dem an. Westedt hat viele Jahre politische Erfahrung, zunächst als Erster Stadtrat in Kelkheim, dann ab 2014 als Bürgermeister in Hochheim. Er ist als Kreistagsabgeordneter Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag des Main-Taunus-Kreises.
Norbert Reichert knüpfte in seiner Begrüßungsrede an die verrückte fünfte Jahreszeit an und blickte auf die momentane Situation. „Draußen bleibt eine Welt zurück, die manchmal verrückter wirkt als jede Bütt“, gab er zu bedenken. In der großen Politik pendele man zwischen „halb so wild“ und „morgen geht die Welt unter“. Bei all dem frage sich der Bürger, ob es den gesunden Menschenverstand noch gäbe. Reformen kämen im Moment nicht voran. Leistung, Unternehmertum, Innovation und Vertrauen in die Menschen, das brauche es. Die Ziele der FDP, für die der Ortsverband in Hattersheim steht, sind laut Reichert: „Freiheit statt Vollkasko, Eigenverantwortung statt Bevormundung und Mut statt Watte“. Norbert Reichert stellte das FDP-Team in Hattersheim vor. Er sieht seine Mitstreiter sehr gut aufgestellt, um sich kompetent in viele Bereiche einzubringen. „Hattersheim kann mehr als wir momentan machen“, ist Reicherts Analyse für den Ist-Zustand.
Grüße aus Hochheim und dem MTK
Die Liberalen in Hattersheim freuten sich, dass sie Dirk Westedt als Gastredner gewinnen konnten. Dieser gestand, dass es seine erste Aschermittwochsrede war. Er hatte sich viele Gedanken zu der jetzigen politischen Situation gemacht und versuchte, kurz zu analysieren, was zum Scheitern der „Ampel“ geführt habe. In der Koalition mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen sei die FDP immer „die Stimme der anderen“ gewesen.
Im Kreistag des Main-Taunus-Kreises, in dem die FDP momentan sechs Sitze hat, laufe die Zusammenarbeit mit den Koalitionspartnern CDU und Bündnis 90/Die Grünen recht gut. Die FDP sei an vielen guten Entscheidungen beteilig gewesen und habe sich in der Zusammenarbeit nie wie das dritte Rad am Wagen gefühlt. In der Schule habe man den Ganztagsanspruch erfüllt, im Kreis drei neue Vorschulklassen eingerichtet, den gymnasialen Bildungsweg gestärkt und die Handwerkerausbildung in den beiden beruflichen Schulen in Kriftel und Hofheim gefördert. Für die FDP solle Bildung weiter an erster Stelle stehen.
Ein zentrales Anliegen der Liberalen sei auch eine funktionierende Mobilität. Bei dem Trend zur „Verteufelung des Autos“ ist die Meinung der FDP, dass an dem Individualverkehr kein Weg vorbeiführe. Radwege findet Westedt wünschenswert, man müsse aber über die Finanzierung nachdenken und ebenfalls über die Unterhaltung. „Denn auch die Radwege müssen vom Schnee freigeräumt werden.“ Der Flughafen sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, man habe sich aber zum Schutz der Bevölkerung als Kompromiss auf das Nachtflugverbot geeinigt. Gegen die geplante Änderung zur Erhöhung der Anzahl der Flüge von Nordwest müsse man sich auf jeden Fall wehren.
Als Architekt weiß Westedt, dass die etwa 20.000 Bauvorschriften nicht alle einzuhalten sind, da sie sich teilweise widersprechen. Hier steht die FDP für ein Entrümpeln unnötiger Vorschriften. Auch im Brandschutz setze man auf pragmatische Lösungen. Weitere Themen, mit denen man sich im Kreis in Zukunft beschäftigen muss, seien der Zivil- und Katastrophenschutz, Gesundheit und Flüchtlingspolitik. Auch hier gelte für die FDP „Politik mit Augenmaß“.
Im Nachgang zu dem offiziellen Teil ließen sich die Gäste die Heringe schmecken und diskutierten eifrig mit Dirk Westedt und den anwesenden FDP-Kandidaten aus Hattersheim. Wer das Heringsessen verpasst hat, aber noch dringende Fragen vor der Wahl klären möchte, kann bis dahin an jedem Freitag um 18.30 Uhr den Stammtisch des FDP Ortsverbands in der „Genuss Galerie“ im Nassauer Hof in Hattersheim besuchen.



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