Ein toller Abschluss und ein guter Start Projekt "Familienoffensive Hattersheim" wird in Zukunft durch Förderverein und mit städtischen Mitteln weitergeführt

Der offizielle Teil des Festes der Familienoffensive wurde mit Gitarrenmusik umrahmt.

Projekt "Familienoffensive Hattersheim" wird in Zukunft durch Förderverein und mit städtischen Mitteln weitergeführt

„Das wirklich war ein tolles Fest!“, waren sich Besucher und Veranstalter am letzten Mittwochabend einig, als sich die Räume des Südringtreffs und der Kita Wirbelwind langsam leerten – ob ein Abschluss oder ein Beginn gefeiert worden war, spielte keine Rolle, denn jedenfalls konnte ein schöner Erfolg gefeiert werden.

Seit dem 16. September 2016 – und noch bis zum 31. Dezember – war das Projekt „Familienoffensive Hattersheim“ durch das Hessische Sozialministerium gefördert worden, danach wird es nun aus städtischen Mitteln und mit viel Unterstützung des dafür gegründeten Fördervereins „Familienoffensive Hattersheim e.V.“, der in der „help alliance“ der Lufthansa Frankfurt einen Sponsor gefunden hat, weitergeführt.

Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler begrüßte daher in den umgestalteten Räumen des Südringtreffs, in welchen sonst die Sprachkurse der Familienoffensive stattfinden, die zahlreichen Gäste zu einem „Abschluss- und Beginnfest“.

Als im Jahr 2010 im Stadtteilbüro der Hattersheimer Siedlung von Heike Bülter und Eberhard Roth überlegt wurde, wie ihre Arbeit nach Beendigung des Programms „Soziale Stadt“ weitergeführt werden konnte, entstand auf Anregung des Landtagsabgeordneten Markus Bocklet von Bündnis 90/Die Grünen das Konzept für eine „Bildungsoffensive“. „Die Idee war, mit ExpertInnen tragbare Kooperationen und Konzepte zu entwickeln, um Kindern bessere Chancen von Anfang an zu bieten“, berichtete Heike Bülter in einem kurzen Überblick über die Entstehung der Familienoffensive, „das ganze sollte messbar gemacht werden, durch einen Anstieg der gymnasialen Empfehlungen für Kinder, die weniger Unterstützung aus dem Elternhaus erhalten können.“

Das damalige Förderprogramm "Gemeinwesenarbeit" des Hessischen Sozialministeriums kam dafür wie gerufen. Nachdem ein komplexes Antragsverfahren durchlaufen und eine Namensänderung in „Familienoffensive“ – weil Bildung nach Ansicht des Ministeriums nicht zur Gemeinwesenarbeit gehöre – absolviert waren, wurde der Antrag vom Land positiv beschieden. Allerdings hatte die Namensänderung auch die Ausrichtung des Projekts geändert. „Bildungsoffensive meinte eigentlich, dass an den Institutionen angesetzt wird und dort Konzepte entwickelt werden, damit das System durchlässiger und fairer wird“, erklärte Heike Bülter rückblickend. Judith Franz, heutige da Silva, wurde von der Stadt für die Familienoffensive eingestellt, ihre Sprechstunden waren bald überlaufen von Menschen, für die Bildung nicht ihr allererstes Anliegen war, sondern die vielmehr mit vielen für sie existentiellen Problemen (Wohnungssuche, Jobsuche, Aufenthaltsgenehmigungen) bei ihr Rat und Hilfe suchten. Für diese Situation wurde wiederum mit Experten wie Peter Strass und Professor Dilcher ein Handlungskonzept entwickelt.

„Im Sommer 2017 wurden dann die Zuständigkeiten vom Stadtteilbüro zum Referat 2.4 der Stadt verschoben, das Stadtteilbüro wurde Kooperationspartner, die Einbindung in die Gemeinwesenarbeit des Stadtteilbüros wurde gelöst“, erinnerte sich Heike Bülter, „unsere Ansprechpartnerin im Referat wurde Aspe Rosenberg, Anika Schulte wurde Nachfolgerin von Judith da Silva. Nun wurde neu sortiert, Dinge wurden übernommen, andere nicht. Neues kam dazu.“ Dabei konnten die Netzwerke weiter ausgebaut werden, die Ressourcen von Familienoffensive, AWO und Stadtteilbüro wurden gebündelt, die Angebote für Familien, Alleinerziehende und Kinder konnten intensiviert und ausgebaut werden. „Es ist ein großer Erfolg, dass die Familienoffensive aus der Projektförderung in eine Regelfinanzierung der Stadt übergegangen ist und weiterarbeiten kann“, freute sich die einstige Initiatorin, „und das Sahnehäubchen ist natürlich die Gründung des Fördervereins durch Eva Hamann und ihre Mitstreiterinnen.“

Anika Schulte berichtete von der Arbeit, die zurzeit im Projekt Familienoffensive geleistet wird: „Wir bieten hier an drei Nachmittagen in der Woche eine offene Lernhilfe für die Kinder an, dabei helfen wir etwa bei Hausaufgaben oder es werden Workshops angeboten. Auch für Eltern führen wir verschiedene Aktionen durch, zum Beispiel zu gesunden Snacks. Wir haben hier den Deutschkurs „Mama lernt Deutsch“ und ein Sprachcafé, die Kosten der Kinderbetreuung während dieser Angebote hat die Lufthansa help alliance übernommen. Während dieser Zeiten wird auch schon mal zusammen gekocht oder es werden Plätzchen gebacken, es gibt immer die Möglichkeit zum Austausch“, erzählte die Projektleiterin und wies auf ausliegenden Broschüren mit den Angeboten sowie auf das Willkommenspaket hin, welches für jedes neue Baby in der Siedlung bereit steht. Zusammen mit Eberhard Roth wurde auch eine „Elternecke“ mit wechselnden Themen und „immer wieder neuen Ideen“ wurde in der Regenbogenschule initiiert.

Eva Hamann versicherte den Festgästen, froh zu sein, zusammen mit sieben anderen Frauen den Förderverein "Familienoffensive" gegründet zu haben. „Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, in Hattersheim etwas für Kinder zu spenden und das war gar nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten“, erzählte sie, „nun arbeiten wir mit Heike Bülter und Aspe Rosenberg zusammen und haben viel Spaß mit ihnen. Auch in der Zusammenarbeit mit der Stadt haben wir nur beste Erfahrungen gemacht.“

Nachdem der offizielle Teil, der mit Gitarrenmusik umrahmt war, mit der Übergabe von Fair Trade-Dankegeschenken durch Karl Heinz Spengler an Vertreter der help alliance und die Aktiven der Familienoffensive beendet war, konnten sich die Gäste im Südringtreff verteilen, wo es einen Kindersachenbasar zugunsten des Fördervereins "Familienoffensive", eine Baselecke für Kinder, eine Cocktailbar und ein Buffet gab, oder sie konnten gleich nebenan beim Tag der offenen Tür in der Kita Wirbelwind ein Kinder-Mitmachkonzert besuchen, frische Waffeln genießen, im Bastelbus Einhörner aus Holz gestalten und am späten Nachmittag Stockbrot am offenen Feuer backen.

Mehr Informationen zum Förderverein Familienoffensive findet man im Internet unter

familienoffensive-hattersheim.de .

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