Vorhang auf für Fairness

Mitmach-Theater begeistert Schülerinnen und Schüler der HBS

Foto: Stadt Hattersheim
Sonni Maier (hinten, 3.v.l.) und ihr Theater-Team, Schulleiter Herr Dr. Heither (hinten, 4.v.l.), Bürgermeister Klaus Schindling (vorne, 3.v.l.) mit Schülerinnen der Fairtrade-AG.
Sonni Maier (hinten, 3.v.l.) und ihr Theater-Team, Schulleiter Herr Dr. Heither (hinten, 4.v.l.), Bürgermeister Klaus Schindling (vorne, 3.v.l.) mit Schülerinnen der Fairtrade-AG.

hb

„Wir alle sind fair!“ – mit diesem eindrucksvollen Ausruf endete ein besonderer Vormittag in der Aula der Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Hattersheim. Anlässlich des „World Banana Day“ brachte die Fairtrade-AG der Schule gemeinsam mit der Theaterschauspielerin und Pädagogin Sonni Maier ein interaktives Theaterstück auf die Bühne, das die Themen Fairtrade, Nachhaltigkeit und globaler Konsum eindrucksvoll in den Fokus rückte.

Bereits zu Beginn begrüßten Schulleiter Dr. Heither sowie Sebastian Abstein, Leiter der Fairtrade-AG, die rund 130 anwesenden Schülerinnen und Schüler. Auch Vertreter der Stadt Hattersheim am Main waren vor Ort, darunter Bürgermeister Klaus Schindling und Evanthia Nees, Fairtrade Koordinatorin, die die Bedeutung des Engagements der Schule würdigten.

Unter dem Motto „FAIRSEIN – Wie geht das eigentlich?“ gelang es dem Ensemble um Sonni Maier, komplexe globale Zusammenhänge verständlich und lebensnah zu vermitteln. In einem abwechslungsreichen Mitmach-Theater wurden die Jugendlichen aktiv eingebunden und dazu angeregt, ihr eigenes Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen. Eindrücklich zeigte die Aufführung, wie eng unser Alltag mit globalen Produktionsketten verknüpft ist. So wurde deutlich, dass ein Smartphone aus Rohstoffen aus über 15 Ländern besteht und während seiner Herstellung mehr als 200.000 Kilometer zurücklegt – das entspricht etwa fünf Erdumrundungen. Gleichzeitig wurde thematisiert, dass viele dieser Produkte nur kurz genutzt und anschließend oft nicht fachgerecht entsorgt werden.

Besonders nachdenklich stimmten die Einblicke in die Kakaoindustrie: Ein Großteil der Schokolade stammt aus Westafrika, wo nach Schätzungen rund 2,1 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen arbeiten, häufig unter schweren und gefährlichen Bedingungen. Diese Beispiele verdeutlichten eindringlich die Schattenseiten unseres Konsums, ohne dabei zu belehren – vielmehr motivierte die Inszenierung zum Umdenken.

Im Anschluss nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, in einer lebendigen Fragerunde eigene Gedanken und Ideen einzubringen. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Themen die Jugendlichen bewegten und wie groß das Interesse an nachhaltigen Alternativen ist.

Neben der kritischen Auseinandersetzung wurden auch konkrete Handlungs-möglichkeiten aufgezeigt: Der bewusste Kauf von Fairtrade-Produkten, das Prinzip „Reparieren statt Wegwerfen“ sowie die Nutzung von Second-Hand-Angeboten tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen und faire Arbeitsbedingungen weltweit zu unterstützen. Ein symbolischer Höhepunkt bildete der Abschluss der Veranstaltung: Die Schülerinnen und Schüler konnten fair gehandelte Bananen probieren und so den Gedanken eines gerechten Handels unmittelbar erleben.

Die Stadt Hattersheim, seit 2018 als Fairtrade-Town zertifiziert und 2026 bereits zum vierten Mal ausgezeichnet, sieht in solchen Projekten einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung. „Fairer Handel und Nachhaltigkeit sind für uns gelebte Werte“, betonte Bürgermeister Schindling und lobte das Engagement der Schule.

Die Veranstaltung an der Heinrich-Böll-Schule machte deutlich: Fairness ist kein abstrakter Begriff, sondern eine tägliche Entscheidung. Ein gelungener Vormittag, der nachhaltige Impulse setzte und sicher noch lange nachwirken wird.

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