Seit einem Jahr weisen wir die Stadt Hattersheim freundlich auf die Schwierigkeiten zur Umsetzung des neuen Bauvorhabens hin. Leider wurden unsere Bedenken und Vorschläge bis heute nicht beachtet. Nun führt die Baustelle fast täglich zu Problemen für alle Beteiligten. Dass der Bürgermeister unsere Fragen öffentlich als „hirnrissig“ bezeichnet, ist beleidigend und absolut nicht angebracht. Zudem ist es ein weiteres Ablenkungsmanöver, um nicht zum Thema klar Stellung zu nehmen. Kritik wird nicht geduldet.
Die Aussage des Bürgermeisters, dass die Euthanasie-Opfer für unsere Zwecke benutzt werden, ist falsch. Die Interessengemeinschaft Main-Eddersheim hat den Begriff „Euthanasie-Opfer“ niemals verwendet, so wie er behauptet.
Eine Kostenschätzung über 3 Millionen Euro zur Sanierung des Kindergartens hat es scheinbar nie gegeben. Jedenfalls hat diese noch keiner gesehen. Fragen hierzu wurden bis heute nicht beantwortet. Warum wurde das Projekt nicht konkretisiert, sodass die Fördermittel von 1,95 Millionen Euro in dieses Projekt hätten fließen können? Stattdessen hat man hierzu die Frist der Fördermittel zum 31. Dezember 2016 verstreichen lassen und eine Umwidmung der Gelder in die Stadthalle beschlossen. Die Sanierung der Stadthalle hat offensichtlich höchste Priorität.
Bis heute wurde keine Verkehrssicherung vom Unternehmer an der Baustelle am alten Friedhof durchgeführt. Die Baustellenfahrzeuge parken zum Be- und Entladen weiterhin auf dem Gehweg und auf der Hälfte der Straße, im Halteverbot. Schulkinder und andere Passanten müssen um die schweren Lkws herumlaufen, auf die Straße. Der Gehweg ist offizieller Schulweg. Das wurde bereits beim Gedanken zum Verkauf des Lindenplatzes seitens der Stadt erwähnt. Die Bahnhofstraße ist die Hauptverkehrsstraße in Eddersheim. Es gibt keine Beschilderung zum Wechseln auf die andere Straßenseite und zur Fahrbahnverengung.
Ebenso darf der Unternehmer eine Baustelle führen, obwohl bis heute kein offizielles Bauschild (roter Punkt zur Baugenehmigung) aushängt. Auf dem Bauschild stehen Angaben über Aktenzeichen, Bauvorhaben, Bauherrschaft, Entwurfsverfasser, Bauleitung und Unternehmer. Das Schild muss für jeden sichtbar und lesbar aufgehängt sein. Die Hessische Bauordnung nach § 10 Abs. 2 darf unbeachtet bleiben und die Stadt duldet das.
Bis heute ist nicht bekannt, wo die Knochen der Toten gesammelt und wiederbestattet werden. Herr Schindling hatte es zur „Chefsache“ erklärt, sich darum zu kümmern. Lediglich die Knochen aus dem Aushub für den Neubau wurden entnommen, weitere Gräber mit Knochen liegen immer noch auf dem alten Friedhofsgelände. Der Friedhof war weitaus größer als die jetzige Baugrube.
In der Presse präsentiert sich Herr Schindling selbst als „Mann des Tuns“. Das ist grundsätzlich gut so. Leider ohne Absprachen mit den Bürgern, wie auch im Fall der Hüttengaudi „Alm Deluxe“ im Stadtpark. Im Alleingang zieht er seine Interessen durch. „Er sei schließlich auch dafür gewählt worden, das Wohlbefinden in der Stadt zu erhöhen“. Kritik hält er für „Miesmacherei“. Es wäre angebracht, dass Herr Schindling auch die Bürger in seine Vorhaben integriert. Auch dafür wurde er gewählt. Es heißt ja schließlich auch „Bürger“-Meister.
Unnötige Belastungen durch die Kostenübernahme des Archäologen am alten Friedhof in Eddersheim gehen aufgrund von versäumter Bürgerintegration zu Lasten des Steuerzahlers. Das erhöht sicherlich weder das Wohlbefinden, noch das Vertrauen der Hattersheimer Bürger. Öffentliches Interesse als „hirnrissig“ und Kritik als „Miesmacherei“ zu bezeichnen, ist nicht die feine Art.
Der Lindenplatz neben der Baustelle wurde am Samstag, 19. August 2017, mit versammelter Mannschaft der Koalition in Anwesenheit der Presse demonstrativ gereinigt, wo doch die Fläche zwei Tage zuvor, am Donnerstag, 17. August 2017, um 11 Uhr bereits von den Stadtwerken gründlich gesäubert wurde. Ein ungeschicktes Ablenkungsmanöver zur Baustellensituation.
Christine Dörr, Urs Höhne, Jürgen Petschick, Ralf Respondek (IG Main-Eddersheim)
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