Paul Pfeffer, der Verleger des Buches„Dach überm Kopf - Kritische Soziale Arbeit in der Praxis“brachte es auf den Punkt: „Das Buch ist Klaus Störchs Vermächtnis, ihr müsst es lesen.“ Sehr viele Menschen drängten sich am letzten Freitag in das „Wohnzimmer“ des Hauses Sankt Martin am Autoberg, um der Lesung Armin Nufers zu lauschen und einige der Weggefährden von Klaus Störch zu treffen. Bei dem Nachmittag spürte man die Bewunderung des Publikums für die Leistungen von Klaus Störch, aber auch ein Bedauern lag in der Luft, da sich Störchs Wirkungszeit im Haus Sankt Martin dem Ende zuneigt.
Klaus Störch berichtete, dass er bei den Aufräumarbeiten in seinem Büro viele seiner Texte durchgesehen und einige zu dem Büchlein zusammengefasst habe. Paul Pfeffer habe ihn bei der Auswahl unterstützt und ermutigt. Das Buch sieht Störch als ein persönliches „Dankeschön“ an seine Wirkungsstätte Hattersheim. Stellvertretend für die Hattersheimer und Hattersheimerinnen begrüßte er Manfred Wiegand, der von Anfang an bei der Tafel mitgemacht habe. Auch bei Chris Savage, der mit seiner Gitarre und seinem Gesang dem Nachmittag einen feierlichen Rahmen gab, bedankte er sich. Savage habe als „Aktivposten“ so manche Veranstaltung musikalisch begleitet.
Die Erste Stadträtin Heike Seibert zeigte sich sehr berührt bei ihrer Ansprache. „Die Einrichtung ist einmalig und ich bin stolz darauf“, bekannte sie. Das Lebenswerk von Klaus Störch sei beeindruckend, weiter seine Haltung, die Einmischung und die Klarheit, mit der er seine Arbeit mache. Kennzeichnend für Störch sei „die nervtötende Art, das zu erreichen, was du erreichen willst.“
Dr. Bernd Stickelmann, ehemaliger Professor von Klaus Störch, betonte, dass „öffnen und teilen“ die Kernbegriffe für die Arbeit im Haus Sankt Martin seien. Störch habe mit seiner Arbeit Konzepte entwickelt, die dem Ausgrenzen von Menschen entgegenwirken.
Prof. Dr. Marga Günther, eine ehemalige Kommilitonin von Klaus Störch und jetzt Lehrende an der Evangelischen Hochschule Hessen, gestand, dass sie Störch schon im Studium bewundert habe und auch jetzt noch bewundere, wie er die Aspekte der praktischen Arbeit durch seine Schriften mit der Theorie verbinde.
Ottmar Vorländer, Geschäftsführer a.D. der Caritas Main-Taunus, der Klaus Störch vor 28 Jahren eingestellt hatte, betonte in Erinnerung daran „welch ein Glücksfall“. Den Menschen Klaus Störch charakterisierte er durch vier Punkte: „Du pflegst eine treue Freundschaftskultur, ausgezeichnet durch Menschlichkeit, Herzlichkeit, Zugewandtheit und Sanftheit.“ Ein weiterer Punkt sei die politische Grundhaltung. Störch sei ein Humanist, Sozialist und setze sich für den sozialen Rechtsstaat ein. Als dritte Eigenschaft nannte Ottmar Vorländer Störchs Blick für das Schöne, Schöpferische und Humoristische. Punkt 4 fasste alles zusammen: „deine politische Grundhaltung und dein Handeln gehören zusammen, du bist ein Möglichmacher.“
Neugierig geworden? Das Buch enthält Aufsätze, Artikel, Interviews, Fotografien und Gebrauchsgrafiken aus den letzten 30 Jahren, ist aber in den Aussagen immer noch sehr aktuell. Es ist im Buchhandel unter ISBN978-3-947930-65-4 zu beziehen.


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