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Gustavsburger Dampfbahner luden zum Dampffest auf ihr Gelände – Vielfalt auf und neben den Schienen

Die Publikumszüge zu fahren, ist beim Dampffest des DBC hauptsächlich Aufgabe der heimischen Fahrer.
(gus/Fotos: Steinacker)

GUSTAVSBURG (gus) – Man will ja auch mal unter sich sein. Daher ist das Dampffest des Dampfbahnclubs Rhein-Main (DBC) nicht, wie es für die Öffentlichkeit aussieht, eine Ein-Tages-Veranstaltung für den gepflegten Familienausflug am Sonntag. Auf dem Gelände an der Ochsenwiese war vielmehr schon am Freitag, 28. September, Ankunftstag für die Wohnmobile mit den befreundeten Dampfbahnern, bestehend aus einem festen Kreis an Vereinen und Privatpersonen, die sich über Deutschland verteilen – und darüber hinaus.

So waren auch in diesem Jahr wieder die Schweizer Freunde anwesend, die der DBC mit einer Delegation einmal jährlich bei dessen Jahresfest besucht. Zudem zählen Freunde aus der ganzen Republik zum Stamm der aktiven Teilnehmer am Gustavsburger Dampffest. Kontakte pflegt der DBC ebenso ins Saarland wie in den Westerwald, aber auch Hannover als nördlicher Ausreißer und Friedrichshafen am Bodensee sind Herkunftsorte der regelmäßigen Gäste.

Untereinander blieben die Spezialisten am Samstag, 29. September, und pflegten neben dem fachlichen Austausch auch ihre Freundschaften. Für die Besucher ergab sich am Sonntag auch dank der Gastfahrer ein gar nicht so einfach zu durchschauendes Angebot auf der Gleisanlage wie auf dem Boden. Denn Dampflok-Nachbauten, die bauen manche Liebhaber eben nicht für das in Gustavsburg angebotene Schienensystem mit 5- und 7 ¼-Zoll-Maßen. „Die Publikumszüge fahren in der Regel unsere Mitglieder“, berichtet DBC-Chef Manfred Treber. Die Besonderheiten bringen die Gäste mit.

Aber auch Werner Schleidt, ein heimisches DBC-Mitglied, überrascht die Besucher mit einem Straßenfahrzeug, dem Nachbau eines britischen Feuerwehrwagens des frühen 20. Jahrhunderts. Der Merryweather „Fire King“ aus London hat einen schnauzbärtigen Fahrer als Besatzung, ein Kollege läuft wagemutig mit dem Schlauch in der Hand auf die Brandstelle zu (die muss man sich vorstellen). Eine historische Szenerie, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

Neben den dampfbetriebenen Großbahnen, die auf der 200 Meter langen Schleife ihre Bahnen zogen und gegen einen Kostenbeitrag bestiegen werden konnten, bedient die kleinere Variante auf dem Aufbau eher die Fans der Miniaturbahnen, auch wenn das, was beim DBC auf der Hochschleife unterwegs ist, eine ganze Ecke größer ist als die Modellbahn für den heimischen Keller. Da fährt die alte Dampflok mit Tender schon mal parallel zum ICE-Nachbau, alles natürlich detailgetreu gebaut.

Alles zusammengenommen waren beim Dampffest diesmal 15 Züge zu bestaunen, elektrische und dampfbetriebene Modelle waren dabei auf getrennten Schleifen unterwegs. Die rund ein Dutzend Aktiven des 50 Mitglieder starken DBC um den Vorsitzenden Manfred Treber hatten natürlich auch die Verpflegung der Gäste zu garantieren, die Zelte auf- und abzubauen – da halfen die früh angereisten Gäste aber auch mit.

Am 28. Oktober endet die Saison mit dem Abdampfen (11 bis 16 Uhr). „Bis Ende Oktober halten wir die Anlage immer betriebsbereit, danach legt sich der Mantel des Winters über das Gelände“, sagt Treber. Das hat sich kürzlich um ein paar Quadratmeter vergrößert, weil die Stadt den Begrenzungszaun zum benachbarten Fußballfeld neu baute und dabei aus technischen Gründen um einige Meter nach hinten versetzte, „da sind wir natürlich nicht böse drum“. Aber nutzen, etwa für einen Streckenausbau, wird der Verein das gewonnene Terrain nicht. Die DBC-Anlage ist längst im Endzustand angekommen, die Pflege bindet genügend Kapazitäten.

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