Dauerhafte Erinnerung an NS-Opfer Zehn Stolpersteine in Flörsheim gereinigt / Weitere Verlegungen im Oktober

Michael Guske (Verein Stolpersteine Flörsheim) und GSG-Schülerin Gina Marie Velten beim Reinigen der Stolpersteine für Jakob und Martin Altmaier in der Hochheimer Straße.

Zehn Stolpersteine in Flörsheim gereinigt / Weitere Verlegungen im Oktober

Vor drei Jahren hatte der Magistrat der Stadt Flörsheim am Main beschlossen, an der bundesweiten Stolperstein-Aktion des Künstlers Gunter Demnig teilzunehmen und sich damit für ein dauerhaftes, unaufdringliches und dennoch deutliches Zeichen gegen das Vergessen entschieden.

Jeder Stolperstein soll an ein Opfer des NS-Regimes erinnern. Hierzu werden mit einem Messingschild versehene Pflastersteine auf denen Name, Geburtsdatum und das weitere Schicksal des Opfers zu lesen sind, vor den jeweiligen letzten frei gewählten Wohnadressen in den Gehweg eingelassen. In Flörsheim wird die Verlegung der Stolpersteine durch den Verein Stolpersteine Flörsheim e. V. organisiert, der auch die hierzu notwendigen Vorarbeiten, etwa die Recherche zu den Opfern, leistet. Bislang zehn Stolpersteine sind in Flörsheim gesetzt worden, weitere Verlegungen sind in Planung.

Der Anfang war am 15. Mai 2018 mit den Stolpersteinen für Johanna, Liesel, Hela, Käthe und Dr. Max Schohl vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie in der Albanusstraße 2 gemacht worden. Dort trafen sich am Sonntag, 26. Januar, Mitglieder des Vereins Stolpersteine Flörsheim e. V., mit Gina Marie Velten, Schülerin des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums und Vertreterin der "Courage AG", um die im Laufe der letzten Monate verschmutzten und stumpf gewordenen Messingschilder unter dem Einsatz von Zahnbürste, Politur, Wasser und Beharrlichkeit wieder zum Glänzen zu bringen. Auch die am 25. Juni 2019 verlegten Stolpersteine für Anna-Maria und Margareta Schick (Brunnengasse), Ludwig Allendorf (Hauptstraße 12) sowie Martin und Jakob Altmaier (Hochheimer Straße 4) wurden sorgfältig gereinigt. "Eine solche Aktion ist zweimal im Jahr notwendig", so Michael Guske vom Verein Stolpersteine Flörsheim. Die letzte Reinigung der Steine in der Albanusstraße hatte im Sommer 2019 stattgefunden.

Im Oktober 2020 sollen sechs weitere Stolpersteine verlegt werden, nämlich für Sally, Ilse, Ida, Brigitte und Jakob Kahn in der Obermainstraße 13 sowie für Anna Maria Lutz in der Wickerer Straße 30. Die "Courage AG" des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, an der sich rund 20 Oberstufenschülerinnen und -schüler beteiligen, wird mit Unterstützung des Vereins Stolpersteine Flörsheim die Daten und Lebenswege zu allen sechs Opfern recherchieren und ihre Ergebnisse im Rahmen der Verlegung vorstellen. Des Weiteren hatte die sich gegen Rassismus und für Demokratie engagierende Courage AG die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2018 um Spenden für einen Stolperstein gebeten. Mit Erfolg, das Graf-Stauffenberg-Gymnasium wird eine Patenschaft und somit die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins in Höhe von 120 Euro übernehmen.

Der Verein Stolpersteine Flörsheim sucht weitere Paten – 50 bis 60 Stolpersteine sollen in den nächsten Jahren in Flörsheim verlegt werden. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Vereins unter www.stolpersteine-floersheim.de zu finden.

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