Unter dem Motto „Nicht neu, aber neu gedacht – Transformation beginnt im Bestand“ diskutierten am Donnerstag, 23. Oktober, in Kassel rund 100 Fachleute aus Architektur, Stadtplanung, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Zukunft des Bauens im Bestand. Darüber hinaus hat Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori den hessischen Landespreis Baukultur an fünf ausgewählte Projekte übergeben.
Die Veranstaltung des Netzwerks Nachhaltige Stadtentwicklung Hessen fand im umgenutzten Hallenbad Ost statt – selbst ein Beispiel für gelungene Umnutzung und Stadtteilerneuerung.
„Gebäude prägen unser tägliches Leben – sie sind Orte der Begegnung, der Arbeit, des Miteinanders. Wenn wir bestehende Räume gemeinsam neu denken, entsteht mehr als Architektur: Es entsteht Vertrauen, Gemeinschaft und Identität. Die Transformation im Bestand ist damit auch eine soziale Aufgabe – sie verbindet Menschen und schafft Zukunft, die auf Zusammenhalt gründet“, betonte Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori. „Gerade in dicht bebauten Stadtvierteln ist die Umnutzung von Bestandsgebäuden entscheidend, um das Stadtbild wieder aufzuwerten, ohne neue Räume erschließen zu müssen. Gleichzeitig werden wichtige Rohstoffe gespart.“
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Strategien, wie Klimaschutz, soziale Teilhabe und Baukultur im Bestand zusammengedacht und praktisch umgesetzt werden können. In Fachforen, Rundgängen und Diskussionen wurden Wege aufgezeigt, wie vorhandene Gebäude energetisch, funktional und kulturell neu belebt werden können, anstatt neu zu bauen.
Fünf Projekte mit Landespreis ausgezeichnet
Unter dem Motto „ZUSAMMEN UmGEBAUT – Gute Räume für sozialen Zusammenhalt“ wurden herausragende Beispiele gewürdigt, die zeigen, wie kluge Umbauten neue Formen des Miteinanders schaffen. Die prämierten Projekte wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt.
Neben dem sozial-Integrativen Kommunikations- und Begegnungszentrum in Gudensberg, dem zum Kulturzentrum umgebauten Hochbunker Agathof in Kassel-Bettenhausen, dem Quartiers- & Nachbarschaftszentrum Elf-Apostelhaus/Jüdische Schule in Tann (Röhn) und dem Dorftreffpunkt Niemeyerhaus in Wildeck-Hönebach zählte auch die Hattersheimer Stadthalle zu den Preisträgern.
Die Begründung der Jury: "Die Sanierung der Stadthalle Hattersheim stellt ein herausragendes Beispiel für die gestalterisch sensible, energetisch wirksame und ressourcenschonende Weiterentwicklung eines denkmalgeschützten Kulturbauwerks dar. Die ursprünglich angestrebte Variabilität der Veranstaltungsräume war zwar architektonisch angelegt, aber durch technische Mängel nicht mehr gegeben (z. B. klemmende Faltanlagen, hohe Übersprechung). Durch neue, leichtgängige Faltwände mit hohen Schallschutzwerten und akustisch wirksame Sturzausbildungen kann nun tatsächlich ein paralleler Mehrfachbetrieb erfolgen – vom Konzert bis zur politischen Versammlung."

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