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Zum Abschied kamen 150 Gäste

Reinhard Bersch feierte im Jugendhaus mit Wegbegleitern und Freunden Ende der Amtszeit

BISCHOFSHEIM (gus) – Den Ort seiner Verabschiedung aus dem Bürgermeisteramt in Bischofsheim hatte Reinhard Bersch gut gewählt. Der Redemarathon, der die ersten zwei Stunden der sechstündigen Feier prägte, war dabei wohl unvermeidlich.

Je später der Abend, desto lockerer die Stimmung, lautete daher der Eindruck der mit rund 150 Gästen besuchten Veranstaltung im Jugendhaus in der Schulstraße.

Im Laufe von zwölf Jahren im Rathausamt, aber auch vielen Jahren zuvor schon in ehrenamtlichen Aufgaben für seine Heimatgemeinde, hat Reinhard Bersch unzählige Freunde und Weggefährten gesammelt. So geriet auch der für die Feier gewählte engere Kreis unvermeidlich recht groß. Das Vereinsleben prägte Berschs Aktivitäten in Bischofsheim vor seiner politischen Tätigkeit, der Kreis der Kommunalpolitiker und Verwaltungskollegen, nicht nur in Bischofsheim, wuchs dann ab 1999, sodass der stattliche Kreis der Eingeladenen nicht überraschte.

Zwei Sätze wolle er seinen Gästen an diesem Abend ersparen, betonte Bersch am Rednerpodest, das mit einem alten Wahlkampfplakat behangen war, zu Beginn. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, lautete der erste. „Danke, dass Sie so zahlreich erschienen sind“ der zweite. Sie waren damit freilich doch ausgesprochen. Der scheidende Bürgermeister stellte klar, dass er eine durchaus zufriedene Bilanz seiner zwölf Jahre ziehen kann, mit sich und seinen Taten im Reinen ist und auch wenig zerrissene Bänder zu Mitstreitern oder auch politischen Konkurrenten zu beklagen hat. Als Beispiel für das insgesamt gute persönliche Klima beschrieb er seine Rückkehr aus dem Urlaub an den Schreibtisch im Rathaus im Jahr 2008. „Willkommen daheim“ begrüßte Vertreterin Ingeborg Lustenberger ihn per Notizzettel und stellte klar, dass er wenig verpasst hatte. „Hier war absolut nichts los!“

Abgesehen vom Einwurf einiger Anekdoten aus zwölf Jahren Rathaus wählte Reinhard Bersch für den Abend seiner Verabschiedung den klugen Schachzug, die Moderation nicht selbst zu übernehmen, sondern an Sohn Johannes zu übergeben. Der von der Fastnacht als Conferencier bühnengestählte Filius konnte etwas stärker auch einmal die satirische Stimme auflegen als es dem Gastgeber möglich gewesen wäre. So kam es besonders in den Wahlkämpfen auch zu schmerzensgeldverdächtigen Aussagen, wie Johannes Bersch nicht verschwieg.

Die Rednerliste führte der höchste Repräsentant der politischen Ebene an. Landrat Thomas Will eröffnete die netten Worte und sprach davon, dass es unter Bersch „nicht die schlechtesten Jahre für Bischofsheim“ gewesen seien. Beispielgebend sei vor allem sein Stil gewesen. Wills Wunsch, Bersch künftig wieder als Protokoller bei Fastnachtssitzungen zu sehen, konnte Bersch nur beschränkt zusagen. „Beim Seniorennachmittag“, stellte der 60-Jährige in Aussicht.

Dass stets eine gute und faire Zusammenarbeit mit Bersch möglich war, hoben Ginsheim-Gustavsburgs Bürgermeister Richard von Neumann und die Nachfolgerin auf dem Rathausstuhl in Bischofsheim, Ulrike Steinbach (beide SPD), hervor. Auch Horst Gölzenleuchter, Rathauschef in Büttelborn, hatte in seiner Funktion als Aufsichtsrats-chef der Riedwerke den Weg nach Bischofsheim gefunden.

Für die Fraktionen sprachen Helmut Schmid (CDU), Wolfgang Bleith (GALB) und Prof. Bernd Steffens (BFW) am Rednerpult. Gemeindevertretungschef Hugo Berg (SPD) und der neue Erste Beigeordnete Dieter Beorchia (GALB) übergaben dem scheidenden Bersch ein Papier, das diesen offiziell ermächtigt, sich weiterhin „Bürgermeister“ zu nennen – freilich nur mit dem Zusatz „a.D.“.

Die Aktivitäten Berschs für die Partnerschaften zu ausländischen Kommunen repräsentierte die Rede Clive Mosbys, der in Crewe & Nantwich dem Partnerschaftsverein CANTA vorsitzt und die weiteste Anreise zum Festort gehabt haben dürfte.

Viel zu tun hat ein Rathauschef naturgemäß auch mit der Feuerwehr seiner Gemeinde. Die Bande zwischen Bersch und den Bischofsheimer Blauröcken ist am Ende seiner Amtszeit so eng, dass der Feuerwehrverein die bei 150 Gästen nicht ganz anspruchslose Aufgabe übernahmen, an dem Abend für die Versorgung mit Getränken und Speisen zu sorgen. Auch Gemeindebrandinspektor Reiner Zerjeski verabschiedete sich von seinem Chef persönlich. Gustavo Montero Dominguez als Boxclub-Vorsitzender, der Personalrat und der Hospizverein ergänzten die Liste der Überbringer persönlicher Worte.

Für Bersch war die um Mitternacht beendete feier ein schöner Abschluss seines Lebensabschnitts als Bürgermeister. „Besonders gefreut hat mich, dass auch Hans Dorrs Frau Lina und Tochter Dagmar gekommen waren”, hob er hervor.

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